Dritter Vortrag
Sie müssen das nur durchdringen mit dem, was Sie bisher aus der Geisteswissenschaft schon haben gewinnen können. Nehmen Sie an, ein Mensch vollzieht irgendeine Handlung auf dem physischen Plane. Also wir sehen ihn diese Handlung vollziehen. Wer nun seine Betrachtungen nur beschränken will auf den physischen Plan, der wird sehen, wie der betreffende Mensch sich vorher verhalten hat. Wenn er dann weitergeht, wird er sehen, wie er erzogen worden ist. Er wird vielleicht auch noch, wie das jetzt Mode ist, die Vererbung ins Auge fassen und so weiter. Aber nehmen wir an, in die Handlung, die sich hier auf dem physischen Plane vollzogen hat, sei eingeflossen etwas, was nur zu finden ist in dem Leben, das der Betreffende in dem Leben zwischen dem letzten Tod und der neuen Geburt durchgemacht hat. Dann bedeutet das, daß wir die Linie der Ursachen eben bei der Geburt abreißen und zu dem gehen, wo etwas Ähnliches vorliegt wie in dem Vergleiche der Verabredung. Denn es kann dasjenige, was ich jetzt ausführe, vorbestimmt sein vor Jahrhunderten in dem Leben, das zwischen dem letzten Tode und der jetzigen Geburt abgelaufen ist. Und dasjenige, was da durchlebt worden ist, das fließt ein in das, was ich jetzt tue und unternehme.
Cite:
GA 166/1916-01-30/p029 · edition original