Dritter Vortrag
Wenn man studiert die Art und Weise, wie jener zweite Mensch in uns wohnt, von dem ich Ihnen im öffentlichen Vortrage gesprochen habe, wie das eigentliche Seelische in uns wohnt, das in seiner Qualität durch die Pforte des Todes gehen wird, so ist es im Grunde nicht viel anders, als daß man dieses eigentlich Seelische, das in uns wohnt, vergleichen könnte mit einem Begleiter des äußeren Menschen, der durch die physische Welt geht. Es ist zwar für einen gewöhnlichen materialistischen Monisten etwas ganz Greuliches, wenn man das sagt. Aber solch ein materialistischer Monist, der steht ja doch, wie wir wissen, auf dem Standpunkte, daß er sagt: Ihr seid ganz greuliche Dualisten, wenn ihr glaubt, das Wasser bestehe aus Wasserstoff und Sauerstoff. Man muß alles einheitlich haben. Es ist doch Unsinn, zu sagen, das Monon «Wasser», das bestehe aus Wasserstoff und Sauerstoff! - Nun ja, von diesem Monismus muß man sich nur nicht täuschen lassen. Um was es sich handelt, das ist, daß nun wirklich von zwei Seiten her zueinanderkommt, was wir im Leben sind, und daß wahrhaftig das, was da von zwei Seiten her kommt, zu vergleichen ist mit der Art und Weise, wie Wasserstoff und Sauerstoff im Wasser drinnen sind. Denn was unser äußeres Physisches ist, das strömt in der Vererbungslinie weiter, und strömt nicht bloß mit den physischen Eigenschaften in der Vererbungslinie weiter, sondern es strömt auch mit dem weiter, wie wir sozial hineingestellt sind in die Vererbungslinie. Wir haben ja nicht bloß eine bestimmte Gestalt, Nase, Haarfarbe und so weiter dadurch, daß unser Vater und unsere Mutter diese bestimmte Gestalt hatten, sondern wir sind vorherbestimmt durch die Lebenslage unserer Vorfahren in bezug auf äußere soziale Stellung und so weiter. Also was zum physischen Plane gehört, nicht bloß das Aussehen unseres physischen Leibes, unsere Muskelstärke und dergleichen, sondern alles das, wie wir hineingestellt sind, alles, was zum physischen Plane gehört -, alles das strömt weiter in der Vererbungslinie, strömt von einer Generation zur anderen Generation.
Cite:
GA 166/1916-01-30/p035 · edition original