Dritter Vortrag
Ein anderer, der ist mehr hypochondrisch veranlagt, der sieht mehr auf seine Fehler. Wenn er dann überhaupt hinauskommt über die Hypochondrie, über seine Fehler, wenn er sich erheben kann darüber, so wird er dahin kommen, diese Fehler zu vermeiden. Aber er wird nicht erreichen, was nun ein Dritter erreichen könnte, der sich sagt: Dasjenige, was geschehen ist, war notwendig, aber es ist zu gleicher Zeit die Grundlage eines Lernens. Aber eines Lernens durch Betrachtung, nicht durch eine müßige Kritik, sondern durch Betrachtung. - Er wird jetzt in lebendiger Weise nicht fortsetzen das, was schon geschehen ist, die Vergangenheit in die Zukunft einfach hinübertragen, sondern dasjenige, was der Begleiter war, das wird er gestärkt, gekräftigt, gestählt haben, und er wird es lebendig hinübertragen in die Zukunft. Er wird nicht das wiederholen, was sein Gutes war, und nicht das vermeiden, was sein Schlechtes war, sondern wird durch das Gute und durch das Schlechte, indem er es sich einverleibt hat und indem er es einfach da stehen läßt, so wie es dasteht, es gestärkt und gekräftigt und gestählt haben.
Cite:
GA 166/1916-01-30/p039 · edition original