{"corpus":"steiner","locus":"GA 166/1916-02-08/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So wie ich das hier beschreibe, ist es eigentlich erst für den weitaus größten Teil der Menschheit seit ein paar Jahrhunderten richtig, und das übersieht man ja gewöhnlich. Uns könnte es schon durch die vielen Betrachtungen, die wir angestellt haben, in Fleisch und Blut übergegangen sein. Wenn wir zurückgehen in die Mitte des Mittelalters, da ist es nur eine Phantasie, wenn man glaubt, die Menschheit habe damals wirklich genauso gelebt wie die jetzige Menschheit. Die Menschheit entwickelt sich, und die Art und Weise, wie der Mensch in der Welt drinnensteht, ist verschieden in den verschiedenen Epochen. Wenn wir hinter das 15., 14. Jahrhundert zurückgehen, da finden wir weitaus mehr Menschen als in der Gegenwart, die nicht bloß von dem physischen Leib wissen, sondern die da wirklich wissen, daß im physischen Leib etwas lebt, was wir heute mit dem Ausdruck «Ätherleib» bezeichnen, die wirklich etwas Aurisches an dem physischen Leib wahrnahmen. Natürlich waren es im Mittelalter, ich möchte sagen, nur noch die letzten Überreste, die letzten Fetzen eines alten Wahrnehmens; aber immerhin schaute man auch im 10. Jahrhundert dem Menschen nicht bloß so wie heute ins Auge, indem man einfach sein physisches Auge betrachtete. Man sah noch, indem man das physische Auge betrachtete, etwas vom Aurischen, etwas vom Ätherischen. Man sah noch in gewisser Weise ein aufrichtiges Auge, ein falsches Auge, aber nicht bloß etwa durch ein äußeres Urteil, sondern indem man unmittelbar das Aurische, das das Auge umspielte, wahrnahm. Und so mit anderem.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1916-02-08","location":null,"word_count":243,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/166/1916-02-08/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/166/1916-02-08/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/166/1916-02-08/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}