Fünfter Vortrag

GA 166/1916-02-08/p011 ·1916-02-08 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Aber indem man dieses Aurische beim Menschen wahrnahm, nahm man es in viel, viel größerem Maße beim Tiere wahr, auch bei der Pflanze. Was heute wiederum, nur künstlich, hervorgerufen werden kann - Sie kennen alle diese Beschreibung aus meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten» -, daß, wenn man ein Samenkorn betrachtet, man es anders aufstrahlen sieht als ein anderes Samenkorn, das war den Leuten in früheren Jahrhunderten noch eine ganz alltägliche, allgewöhnliche Erscheinung. So daß der Mensch nicht etwa mit dem Mikroskop erst untersuchen mußte, was man ja heute in den meisten Fällen auch nicht mehr kann, von welcher Pflanze irgendein Samenkorn ist, sondern aus dem Licht, aus der Lichtaura, die das Samenkorn umschloß, konnten die Menschen solches noch bestimmen. Und bei dem Mineral finden Sie in den älteren Schriften noch Beschreibungen der Mineralien so, daß man in einer bestimmten Art untereinander die Mineralien unterschied nach deren Wert in der Welt. Wenn die Alten das Gold ansahen, sprachen sie vom Gold all dasjenige, was sie aussprachen, nicht aus ihrer Phantasie heraus, sondern weil ihnen das Gold in der Tat in einer anderen Weise erschien als zum Beispiel das Silber. Wenn sie das Gold mit dem Sonnenlicht, das Silber mit dem Mondenlicht in Zusammenhang brachten, so beruhte das wirklich auf einer Beobachtung. Es beruhte wirklich darauf, daß derjenige, der das beobachtete, niemals etwas anderes empfand, indem er aussprach: Das Gold ist reines Sonnenlicht, das nur zusammenverdichtet ist, das Silber Mondenlicht und so weiter, ebenso, wie man in der Außenwelt noch das Elementare sah, das elementar Aurische, was sich für die Menschen der neueren Zeit verloren hat, weil die Menschheit der neueren Zeit eben die Entwickelung durchmachen soll zur Freiheit hin, die nur dadurch gegeben werden kann, daß man ganz und gar nur auf das heute Physisch-Gegenständliche schauen kann.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/166/1916-02-08/p011.json
Cite: GA 166/1916-02-08/p011 · edition original