{"corpus":"steiner","locus":"GA 166/1916-02-08/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sehen Sie, die Tatsache, daß die Maler gar nicht mehr ohne Modell auszukommen glauben, beruht ja darauf, daß man ganz verloren hat die Möglichkeit, noch die Fortsetzung des Ich in den Organismus hinein irgendwie zu erleben, diese Fortsetzung in den astralischen Leib hinein. Warum bewundert man denn heute vielfach gerade alte Porträts? Weil das alte Porträt nicht bloß so wie das heutige gemacht worden ist, daß? man eine Person hat und nun nachmalt nach der Person und ganz darauf angewiesen ist, daß man alles das, was dagewesen ist, nachmalt, sondern weil man noch gewußt hat: bei jemand, der die Muskeln um das Auge in einer bestimmten Weise formt, bei dem geht das, was im Ich lebt, in einer ganz bestimmten Weise in den astralischen Leib, durch den er diese Form der Muskeln hervorbringt. Ginge man gar ins alte Griechentum zurück, würde man sich ganz und gar täuschen, wenn man etwa glaubte, daß die alten Griechen ein Modell gebraucht haben zu diesen wunderbaren Formen, die sie zusammengefügt haben. Sie haben kein Modell gehabt. Wer eine bestimmte Armform zu geben hatte, der wußte, wie der Wille das Ich hineinführt in den astralischen Leib, und aus diesem, was er spürte, machte er dann die Formen. Indem alles Erfühlen des astralischen Leibes erstorben ist, ist erst nötig geworden, sich so eng an das Modell zu halten, wie das eben für unsere Zeit gebräuchlich geworden ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1916-02-08","location":null,"word_count":231,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/166/1916-02-08/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/166/1916-02-08/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/166/1916-02-08/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}