{"corpus":"steiner","locus":"GA 166/1916-02-08/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Denn sehen Sie, die Sache ist ja eigentlich die folgende: Was da im zweiten Drittel der fünften nachatlantischen Zeit durch die Geisteswissenschaft erzeugt werden muß, das ist jetzt eben durchaus nicht vorhanden. Wie stehen denn eigentlich heute die Menschen, indem sie die äußere Welt anschauen? Und wie stehen denn die Wissenschafter, indem sie die äußere Welt anschauen? Das ist sehr lehrreich, einmal zu betrachten, wie die heutige Wissenschaft - diese heutige Wissenschaft nur aus dem Grunde, weil es das natürliche Verhältnis des Menschen zu der Umwelt ist -, insbesondere aber wie die heutigen Wissenschafter stehen. Die heutige Wissenschaft und auch der gewöhnliche Mensch, wenn sie die äußere physische Natur anschauen, sei es das mineralische, das pflanzliche, das tierische, das menschliche Reich, haben nicht die Kraft, wirklich einzudringen in dasjenige, was sie beobachten. Der Physiker stellt ein Experiment an, er beschreibt es. Aber er traut sich nicht, einzudringen in das, was er beschreibt. Er traut sich nicht, in die Vorgänge, die ihm das Experiment über seinen Verlauf gibt, tiefer einzudringen. Er bleibt an der Oberfläche haften. Er ist der äußeren Welt gegenüber ganz genau in demselben Zustand, in dem Sie auf einem anderen Platze sind, wenn Sie träumen. Da träumen Sie dadurch, daß Ihr Ätherleib Ihnen die Erlebnisse des astralischen Leibes zurückstrahlt. Wer heute äußerlich die Natur betrachtet oder wer ein Experiment macht, der betrachtet auch dasjenige, was sie ihm zurückstrahlt, was sie ihm gibt. Er träumt nur von der Natur. Er würde aufwachen in dem Moment, wo er an die Natur so heranginge, wie Geisteswissenschaft an die Natur herangeht. Das will er nicht. Heute, im ersten Drittel der fünften nachatlantischen Zeit, träumen die Menschen nur über die Natur. Sie müssen aufwachen, die Menschen! Sie träumen nur über die Natur. Nur manchmal wacht einer aus dem Traume auf, und dann sagt er sich: Das, was da draußen ist, das ist doch nicht ein bloßer Traum, sondern da lebt was drinnen in dem Traum.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1916-02-08","location":null,"word_count":322,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/166/1916-02-08/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/166/1916-02-08/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/166/1916-02-08/p020","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}