Fünfter Vortrag

GA 166/1916-02-08/p026 ·1916-02-08 · original (original)
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Also den Willen findet er nicht. Nun sagt er zu der Frage, wie es stehe mit dem Begriff der Verantwortlichkeit: «Dieser widerspricht in der Tat den Ergebnissen der physiologischen Psychologie. Diese lehrte: unser Handeln ist streng necessitiert» - das heißt, absolut notwendig im physischen Sinn -, «das notwendige Produkt unserer Empfindungen und Erinnerungsbilder. Man könnte also dem Menschen eine schlechte Handlung ebensowenig als Schuld zurechnen wie einer Blume ihre Häßlichkeit. Die Handlung bleibt deshalb - auch psychologisch - schlecht, aber sie ist zunächst keine Schuld. Der Begriff der Schuld und der Verantwortlichkeit ist -um den Gegensatz kurz zu bezeichnen - ein religiöser oder sozialer. Wir können daher hier von demselben absehen. Die Psychologie, um es zu wiederholen, leugnet ästhetische und ethische absolute Gesetze nicht, wofern sie ihr von anderer Seite nachgewiesen werden, sie selbst, in ihrer empirischen Beschränkung, kann nur empirische Gesetze finden.»

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