Fünfter Vortrag

GA 166/1916-02-08/p040 ·1916-02-08 · original (original)
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Sie sehen, daß vieles Notwendigkeit werden kann, wenn man die Logik erst zurechtrücken will, besonders wenn man heute überall in logischen Schriften findet: Die Wahrheit eines Begriffes bestehe darin oder lasse sich daran beweisen, daß man die äußere Realität in der physischen Welt aufzeigt. Aber diese Definition der Wahrheit ist an sich ein Unsinn, und der Unsinn zeigt sich einfach dadurch, daß man zum Beispiel einen solchen Vergleich mit dem Porträt bildet. Wenn man nämlich heute sogenannte wissenschaftliche Werke aufschlägt - nicht solche, die sich mit reiner Wissenschaft beschäftigen -, so beschreiben sie ja nur, und wenn man in der Beschreibung bleibt, nun, was schadet es denn, wenn man im bloßen Traume bleibt? Wer bloß den äußeren Lebenstraum beschreiben will und keinen Anspruch darauf macht, eine Weltanschauung zu bilden, der mag das tun. Aber wer eine Weltanschauung darauf baut, der bringt eine Traumanschauung. Und das können Sie sehen: wo heute der Übergang gemacht wird, da finden Sie zumeist Traumphilosophie. Es ist ganz grotesk, wie die Menschen nicht denken können, das heißt nicht denken können so, daß sie mit ihrem Denken drinnenstehen in demjenigen, in dem sie drinnenstehen sollen. So habe ich mir von Seite 208 dieser Vorlesungen von Prof. Ziehen einen Satz abgeschrieben, worin er besonders darauf aufmerksam machen will, daß man nicht auf den Willen kommen kann, der einer Handlung zugrunde liegt. Er sagt so: «Das Denken besteht aus einer Vorstellungsreihe und das Psychische» das heißt das Seelische - «an einer Handlung ist eben auch eine Vorstellungsreihe, welche nur die Besonderheit har, daß ihr letztes Glied eine Bewegungsvorstellung ist.»

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Cite: GA 166/1916-02-08/p040 · edition original