Fünfter Vortrag

GA 166/1916-02-08/p045 ·1916-02-08 · original (original)
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Ein Ideal ist es also schon, das Ich auszuschalten. Aber wenn die Menschheit sich der Natur überläßt, wird das Ich für den sechsten nachatlantischen Zeitraum überhaupt in Wirklichkeit ausgeschaltet sein; denn wenn die Willensimpulse fehlen werden, die aus dem Zentrum des eigenen Wesens hervorgehen, dann wird man von einem Ich wenig sprechen. Die Menschen haben sich im fünften Zeitraum zu einem Ich zu erheben gehabt. Aber dieses Ich könnte ihnen wieder verlorengehen, wenn sie es nicht durch eine innere Anstrengung wirklich suchen. Wieviel einem leider heute schon Menschen begegnen, die davon sprechen, daß sie eine Schwächung ihres Ich empfinden, davon weiß derjenige zu erzählen, der über solche Dinge in der Welt überhaupt etwas weiß. Wie viele Menschen wissen heute schon mit sich nichts Rechtes anzufangen, weil sie nicht in konkreter Weise die Artung ihrer Seele mit geistigen Inhalten auszufüllen wissen. Das ist ein Kapitel, wovor wir stehen als vor einem Kapitel unsäglichen inneren Seelenjammers, der beispielsweise in unserer Gegenwart mehr lebt als man gewöhnlich glaubt. Denn die Zahl derjenigen Menschen wird immer größer und größer, welche der Welt aus dem Grunde ratlos gegenüberstehen, weil sie in ihrem Innern nicht Impulse finden, um dieses Ich durch die Welt der Erscheinungen zu tragen.

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