Things in Past and Present in the Spirit of Man
Notwendig ist es, meine lieben Freunde, daß wir aus solchen Dingen der Geisteswissenschaft heraus, wie sie auch heute wiederum besprochen worden sind, den Willen bekommen, wirklich ein offenes Urteil und einen freien Sinn für dasjenige zu haben, was in unserer Umgebung lebt. Ich habe Ihnen vor kurzem darüber gesprochen, wie man in vieler Beziehung nur aneinander vorbeiredet. An einem epochemachenden Buch des Professors Schleich habe ich Ihnen angeführt, an einem besonderen Beispiel, wie man aneinander vorbeireden kann. Lesen sie wenigstens einzelne Kapitel dieses Buches. Es ist dieses Buch so recht ein Beispiel, wie in Wahrheit es sich ganz anders verhält als nach den menschlichen Meinungen. In Wahrheit arbeiten schon die wirklich redlichen Menschen so, wie man in einem Tunnel arbeitet: von zwei Seiten her, so daß man sich in der Mitte begegnet. Lesen Sie zum Beispiel gerade das Kapitel, an dessen Ende das steht von dem Goetheschen Zettel, der erst noch gefunden werden soll, der aber schon seit dem Jahre 1892 gefunden ist, dieses Kapitel über den «Mythos vom Stoffwechsel im Gehirn» — so nennt Schleich dieses Kapitel —, dann werden Sie spüren, wie ein redlicher ernster Forscher, der zu gleicher Zeit ein Denker ist, durch die Notwendigkeiten seiner anatomisch-chirurgischen Untersuchungen, die er in zahlreichen Fällen machen konnte, weil sie ihm chirurgisch auferlegt waren, dazu kommt, etwas zu schildern. Lesen Sie dieses Kapitel, Sie werden sehen, was Schleich eigentlich schildert von der anderen Seite her: Den Ätherleib des Kopfes schildert er in Wirklichkeit! Er ist gedrängt, gezwängt duch die notwendigen Tatsachen, diesen Ätherleib zu schildern.
Cite:
GA 167/1916-04-25/p035 · edition original