Homo oeconomus
Es ist, wie Sie ja aus mancherlei Betrachtungen dieses Winters gesehen haben, vonnöten, daß derjenige, der der Geisteswissenschaft nahesteht, seine Begriffe, seine Ideen, insofern diese aus dem geisteswissenschaftlichen Erkennen fließen, immer konkreter und konkreter mache, das heißt, immer Bestimmteres, Geschlosseneres mit diesen Begriffen verbinde. Wir sprechen von den im gewissermaßen richtigen Sinne vorwärtstreibenden geistigen Mächten der verschiedenen Hierarchien, und wir wissen, daß gewisse Wesenheiten dieser verschiedenen Hierarchien zurückbleiben und dann, indem sie auf einer früheren Stufe zurückgeblieben sind, in späteren Stufen nicht die Tätigkeit entfalten, die sie entfaltet haben würden, wenn sie vorwärts geschritten wären, sondern eben eine Tätigkeit entfalten, welche einer früheren Stufe der Weltentwickelung entspräche. So nennen wir für die Erde im großen luziferische und ahrimanische Wesenheiten diejenigen, welche heute die Tätigkeiten ausüben, die die gewissermaßen normalen, normal fortgeschrittenen Wesenheiten schon während der Mondenzeit ausgeübt haben. Wir haben von den verschiedensten Gesichtspunkten aus erörtert, was das im ganzen Weltengang für eine Bedeutung hat, daß diesem Weltengang, der Weltenentwickelung einverwoben sind solche luziferisch-ahrimanischen Wesenheiten und Kräfte. Wir müssen uns nun auch gewöhnen, ich möchte sagen, in einem kleineren Umkreis wirklich das Luziferische und Ahrimanische zu sehen. Notwendig ist allerdings, daß wir dazu, damit wir es richtig sehen, unsere Empfindungswelt in der richtigen Weise arten. Denn wenn wir diejenigen Empfindungen, dasjenige Gefühl gleich entfalten, das leider auch viele noch unter uns haben: Ach, Luzifer, Ahriman, da muß ich mich ganz weit davon entfernt halten! — wobei man nicht ahnt, daß gerade dieses recht luziferisch und ahrimanisch ist, wenn man diese Empfindung hat — so wird es natürlich immer ein zu starkes Gruseln hervorrufen, wenn man von Luziferischem und Ahrimanischem in kleinerem Kreise spricht. Aber zu einem wirklichen Verständnisse der Welterscheinungen, wie es notwendig ist, damit wir unser Verständnis ins Leben einführen können, dazu gehört schon, daß wir auch im kleineren Kreise das Luziferische und Ahrimanische gewahr werden können.
Cite:
GA 167/1916-05-30/p003 · edition original