Über Das Ereignis Des Todes Und Tatsachen Der Nachtodlichen Zeit

GA 168/1916-02-22/p013 ·1916-02-22 · original (original)
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Es ist also dasjenige, was wir hier in unserem physischen Körper, in diesem verhältnismäßig zur Gesamtwelt kleinen Körper eingeschlossen haben in unserer Haut, wirklich ein Mikrokosmos, wirklich eine ganze Welt. Sie ist wirklich nur zusammengerollt —- möchte ich sagen, wenn ich trivial sprechen darf -, sie rollt sich dann auf und erfüllt die Welt mit Ausnahme eines kleinen Raumes, der immer leer bleibt. Wenn wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben, sind wir eigentlich mit dem, was hier unserem physischen Leib als übersinnliche Kräfte zugrunde liegt, überall in der Welt, nur an einem einzigen Ort nicht, der bleibt leer. Das ist der Raum, den wir hier in der physischen Welt einnehmen innerhalb unserer Haut. Und immer blicken wir auf diese Leere. Wir schauen uns dann von außen an und schauen in eine Hohlheit hinein. Das, in was wir hineinschauen, bleibt leer, aber es bleibt so leer, daß wir davon eine Grundempfindung haben. Dieses Hinschauen ist nicht ein abstraktes Hinschauen, wie man hier auf dem physischen Plan hinstiert auf irgendwelche Dinge, sondern dieses Hinschauen ist verbunden mit einer mächtigen inneren Lebenserfahrung, mit einem mächtigen Erlebnis. Es ist verbunden damit, daß in uns durch die Anschauung dieser Leere aufsteigt eine Empfindung, die uns nun begleitet durch unser ganzes Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, die viel von dem ausmacht, was wir überhaupt dieses jenseitige Leben nennen. Es ist die Empfindung: Da ist etwas in der Welt, das muß immer wieder und wiederum von dir ausgefüllt werden. — Und man erlangt dann die Empfindung: Man ist in der Welt zu etwas da, wozu man nur selber da sein kann. Man empfindet seinen Platz in der Welt. Man empfindet, daß man ein Baustein ist in der Welt, ohne den die Welt nicht sein könnte. Das ist die Anschauung dieser Leere. Das Darinnenstehen als etwas, was zu der Welt gehört, das überkommt einen dadurch, daß man auf eine Leere hinschaut.

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