Über Das Ereignis Des Todes Und Tatsachen Der Nachtodlichen Zeit
Sie werden am besten einen Begriff bekommen von diesem Müdewerden, wenn Sie sich die Sache so vorstellen. Wenn ich jetzt einen von Ihnen fragen würde: Weißt du etwas von dem Inneren deines Kopfes? - so wird mir wahrscheinlich nur derjenige antworten, der von Kopfschmerz geplagt ist, daß er jetzt in diesem Augenblicke etwas weiß von dem Inneren seines Kopfes. Nur der fühlt das Innere seines Kopfes; der andere lebt, ohne daß er es fühlt. Wir fühlen unsere Organe nur dann, wenn sie nicht ganz in Ordnung sind; dann wissen wir im Fühlen etwas von unseren Organen. Wir sind im Leben so eingerichtet, daß wir von unserem physischen Leib eigentlich nur insofern wissen, als er nicht ganz in Ordnung ist. Wir haben eigentlich nur ein allgemeines Gefühl unseres physischen Leibes. Das wird stärker, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Aber wir wissen doch recht wenig innerlich, wenn wir ein bloßes Gefühl haben. Wer im Leben jemals starke Kopfschmerzen gehabt hat, der weiß von dem Inneren seines Kopfes - innerlich; nicht so wie der Anatom, der nur die Gefäße kennt. Aber während wir im Leben immer müder und müder werden, tritt immer mehr und mehr doch dieses Gefühl unseres Inneren, Räumlich-Inneren, im Leibe auf.
Cite:
GA 168/1916-02-22/p025 · edition original