Über Das Ereignis Des Todes Und Tatsachen Der Nachtodlichen Zeit
Dieser wunderbare Prozeß ist ein viel höherer als das, was sich hier auf der Erde abspielt, wenn Winter und Sommer wechseln, die Sonne aufgeht, die Sonne untergeht, alles das sich vollzieht, was sich als Erdenarbeit vollzieht: Dort vollzieht sich dasjenige, was allerdings zuletzt zu unserer irdischen Inkarnation führt, was zum Menschendasein führt; aber es ist eine gewaltige himmlische Arbeit, die nicht nur eine äußerliche Bedeutung hat, sondern eine Bedeutung für die ganze Welt. Wenn es einem allmählich gelingt, im geistigen Anschauen diesen wunderbaren Prozeß zu erleben, dann tritt einem doch eines entgegen. Es wird Ihnen allerdings sonderbar erscheinen, wenn ich dieses sage, aber die höheren Geheimnisse müssen für das physisch-sinnliche Anschauen des Menschen zunächst immer sonderbar erscheinen, und dasjenige, was uns da vor die Seele tritt, muß uns erschüttern, je mehr, desto besser. Denn diese Dinge, so wie sie sind, sollen gar nicht so an unsere Seele kommen, daß wir sie nüchtern, trocken erkenntnismäßig aufnehmen und dabei gleichgültig bleiben. Wir sollen gerade durch diese Dinge einen Gemütseindruck bekommen von der Erhabenheit und Größe der göttlich-geistigen Welt. Man könnte sagen: Wenn jemand nur darauf sich einläßt, Geisteswissenschaft so trocken vorzubringen, daß sie nicht zugleich den ganzen Menschen ergreift, und er mit dem Eindruck davon nicht zugleich einen Eindruck hat von der Größe und Erhabenheit desjenigen, was als Göttlich-Geistiges die Welt durchpulst und durchwest, dann würden wir nämlich alle, nach dem, was ich eben beschrieben habe, trotz allem, was wir können, nach den jetzigen Verhältnissen der Welt kopflos geboren werden. Denn den Bau des Kopfes, den könnten wir nicht bewirken. Das menschliche Haupt ist in seinem Bau ein so erhabenes Abbild des Universums, daß der Mensch selbst mit dem, was ihm einverwoben wird als Weisheit eines Lebens, es nicht bauen könnte, daß er es nicht vorbereiten könnte für die nächste Inkarnation; da müssen eben mitwirken alle Götterhierarchien. Das, was in Ihrem Haupte, in dieser nur von dem Hinterhaupt lose durchbrochenen Kugel, etwas umgeformten Kugel, vorhanden ist, das ist für sich noch ein wirklicher Mikrokosmos, ein wirklicher Abdruck der großen Weltenkugel. Darinnen lebt alles, was draußen im Universum lebt, zusammen, da wirkt alles zusammen, was in den verschiedenen Hierarchien tätig sein kann. Indem wir anfangen zu bauen aus unserer in der Ermüdung angesammelten Weisheit an unserer nächsten Inkarnation, greifen in diese Tätigkeit ein alle Hierarchien, um dasjenige, was dann unser Haupt wird, als Abdruck aller Götterweisheiten uns einzuverleiben.
Cite:
GA 168/1916-02-22/p028 · edition original