Karmische Wirkungen

GA 168/1916-10-24/p002 ·1916-10-24 · original (original)
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Dasjenige, was Geisteswissenschaft über das Leben, über die Beschaffenheit der geistigen Welten zu sagen hat, wird gewonnen durch Erkenntnis der objektiven Tatsachen, in welche die entsprechenden Fähigkeiten den Menschen hineinführen können. Das ist uns ja alles bekannt. Es kann sich also, wenn es sich darum handelt, Geisteswissenschaft als solche zu begründen oder zu verteidigen gegenüber der heutigen Umwelt, niemals darum handeln, diese Verteidigungen auf etwas anderes zu stützen als darauf, daß man hinweist, wie der Mensch durch die Entwickelung gewisser Fähigkeiten zur Einsicht in die geistigen Welten kommt, und daß man dann auseinandersetzt, wie für diese Fähigkeiten eine entsprechende Gestaltung der Lebensverhältnisse der geistigen Welten sich ergibt. Den Tatsachen gegenüber, die auf diese Weise zutage treten - es ist manches fast eine Selbstverständlichkeit, allein es ist gut, wenn man darauf hinweist —, kann niemals, ebensowenig wie gegenüber den Tatsachen der physischen Welt, die mit den Sinnen beobachtet werden, ein Einwand von der Seite der menschlichen Wünsche, des menschlichen Begehrens her gemacht werden. Trotzdem dies selbstverständlich ist, hört man oftmals Einwände gegen gewisse Aussagen der Geisteswissenschaft, die gerade von dem menschlichen Wünschen, dem menschlichen Begehren herkommen, etwa von der Art, daß gesagt wird: Wenn Geisteswissenschaft dies oder jenes zu sagen hat über die geistigen Welten, dann wünsche ich nicht mit dieser Geisteswissenschaft bekannt zu werden, denn wenn es in diesen geistigen Welten so wäre, so könnte ich mich niemals mit einer solchen Gestaltung der geistigen Welten befreunden. - So absurd im Grunde genommen solch ein Einwand ist, er kommt vor. Aber er kommt nicht nur in dieser leicht durchschaubaren, absurden Form vor, sondern er kommt, ich möchte sagen maskiert in allerlei ablehnenden Haltungen vor, die der Geisteswissenschaft gegenüber eingenommen werden. Wenn also auch niemals irgendeine Erkenntnis der Geisteswissenschaft darauf gestützt werden könnte, die Welt habe nur einen Sinn, wenn es so und so in der geistigen Welt aussähe — man kann ja doch wissen, wie es wirklich in der geistigen Welt aussieht -, wenn man also von solchen Voraussetzungen aus niemals etwas sagen kann über die Beschaffenheit geistiger Welten, sondern eben nur auf Grundlage wirklicher Erkenntnis, so kann umgekehrt doch darauf hingewiesen werden, was die Geisteswissenschaft, wenn sie mit ihren Ergebnissen eben einmal da ist, für das Leben des Menschen bedeuten kann.

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Cite: GA 168/1916-10-24/p002 · edition original