{"corpus":"steiner","locus":"GA 168/1916-10-24/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Verhältnisse, die von hier aus, vom physischen Leben aus gesehen, als ein Zufall erscheinen, sind durchaus kein Zufall, sondern sind enthalten in einer Welt von Notwendigkeit. Hier mag es als ein Zufall erscheinen, daß jemand von einem Eisenbahnzug überfahren wird; von der anderen Seite aus, von der geistigen Seite aus gesehen, erscheint es als kein Zufall. Stellt man, wenn ich so sagen darf, obwohl das selbstverständlich nur vergleichsweise sein kann, von dieser anderen Seite, von der geistigen Seite aus die Frage: Wie nimmt sich ein solch gewaltsamer Tod aus in der Gesamtheit der menschlichen Erdenleben? - dann wird man immer finden, daß in den verflossenen Zeiträumen, die der Mensch durchgemacht hat durch wiederholte Erdenleben und Zwischenleben zwischen Tod und neuer Geburt bis zu dem Unglücksfalle hin, er durch verschiedene Verhältnisse ein solches Ich-Bewußtsein für die rein geistige Welt ausgebildet hat, welches eine Stärkung, eine Kräftigung brauchte. Und diese Kräftigung tritt ein dadurch, daß dem Menschen nicht von innen heraus, sondern von außen das physische Leben abgeschlossen wird. Und wir müssen rechnen damit, daß wir nicht nur zu der Umwelt in den Beziehungen stehen, die durch unsere ideellen Kräfte in der Seele herbeigeführt werden; wir können nur in den seltensten Fällen, gewöhnlich aber nicht wissen, wie unser Unterbewußtsein denkt. Sie sind öfter von mir aufmerksam darauf gemacht worden, daß das Gedankenleben nicht aufhört mit der Schwelle des Bewußtseins, sondern daß der Mensch im Unter- oder, man könnte auch sagen, Überbewußten fortwährend ein Gedankenleben führt. Nur kann der Mensch gar nicht in Erwägung ziehen, was für ihn dieses umfassendere Bewußtsein sein kann. Jeden einzelnen könnte man fragen: Warum hat Sie seit heute morgen der oder jener Unfall nicht getroffen? - Für jeden einzelnen wäre eine Möglichkeit gewesen, daß ihn dieser oder jener Unfall betroffen hätte. Manchmal tritt es einem ja, ich möchte sagen halb entgegen, wie sich die Sache verhält; aber in den seltensten Fällen sieht man die Zusammenhänge. Manchmal hat man eine gewisse Abneigung, dies oder jenes zu tun. Man geht zum Beispiel an irgendeine Sache eine halbe Stunde später, und man merkt dann nachher irgend etwas, was auf dem Wege geschehen ist, was einem selbst hätte geschehen können, wenn man eine halbe Stunde früher gegangen wäre. Da hat das Unterbewußtsein gewirkt; da hat einen das Unterbewußtsein zögern lassen. Solche Wirkungen des Unterbewußtseins sind fortwährend da, nur sind sie für den Menschen nicht wahrnehmbar.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Karmische Wirkungen","site_heading":null,"date":"1916-10-24","location":null,"word_count":393,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/168/1916-10-24/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/168/1916-10-24/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/168/1916-10-24/p011"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}