Karmische Wirkungen

GA 168/1916-10-24/p015 ·1916-10-24 · original (original)
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So ist dasjenige, was wir uns aus Geisteswissenschaft aneignen, nicht bloß ein totes Erkenntnisgut, sondern ein Lebensgut, etwas, was weiterlebt, indem wir durch die Pforte des Todes schreiten. Ja, es ist diese Geisteswissenschaft in dem Sinne, den ich öfter erwähnt habe, sogar schon ein starkes Lebensgut dadurch, daß, weil der Tote von sich aus bewußt in unseren Gedanken lebt, wir gerade dadurch, daß wir in der Geisteswissenschaft drinnenstehen, für den Toten etwas tun können. Darauf bezieht sich dasjenige, was ich oftmals über das Vorlesen gesagt habe. Der Tote ist in unseren Gedanken, er schaut auf unsere Gedanken. Sind diese Gedanken nun so, wie wir sie hegen, wenn wir einen geisteswissenschaftlichen Gedankengang durchmachen, dem Toten also vorlesen in Gedanken oder ihm vorerzählen irgend etwas, was wir wissen oder denken über die geistigen Welten, dann ist der Tote mit diesen Gedanken, die wir hier durch Geisteswissenschaft an ihn richten. Und daß wir sie an ihn richten, das gibt das Anziehungsband zwischen hier und dort. Wir können also gewissermaßen dadurch, daß Geisteswissenschaft etwas Lebendiges ist, eine lebendige Kraft hinaufsenden, die dem Toten, der mit uns ist, eine lebendige Nahrung geben kann.

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Cite: GA 168/1916-10-24/p015 · edition original