Karmische Wirkungen
Also, der Plato will die Menschen von der Materie befreien, der Buddha vom Dasein, die Mystik von der Individualität, und unser Religionsmann will die Menschen durch die Liebe von der Bewußtheit befreien, daß sie ohne bewußtes Bewußtsein sich hineinleben in das Reich Gottes. Zwar kommt ja solchen Leuten einigermaßen entgegen, daß man sagt: «Der Herr gibt’s den Seinigen im Schlafe.» Das ist doch etwas, was vielleicht für diesen Religionsmann wie eine Offenbarung erscheinen könnte. Man sieht, der Mann kann das Leben betrachten, kann Erfahrungen aus dem Leben ziehen. Aber daß er leidet an unzusammenhängendem Denken, das kann man ihm nachweisen, wenn man schmerzliche Sätze liest wie diese. Er wendet sich dagegen, daß man Mystiker wird, weil man die Individualität überwinden will, während man doch innerhalb des physischen Lebens gerade in der Natur drinnenstehen müsse. Wir dürfen den Lebenshemmungen gegenüber nicht verkennen: «Innerhalb des irdischen Lebens können und dürfen sie nicht abgeschüttelt werden.»
Cite:
GA 168/1916-10-24/p038 · edition original