Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten
Ein solches Wesen wie diese elementarischen Wesenheiten sind wir selber in der allerersten Zeit, nachdem wir durch die Pforte des Todes geschritten sind, wenn wir noch unseren ätherischen Leib für einige Tage an uns tragen. Da sind wir gewissermaßen ein solches elementarisches Wesen selber geworden. Nun haben wir ja öfters diesen Vorgang des Durchgehens durch die Todespforte beschrieben. Allein je genauer man ihn betrachtet, desto genauere Imaginationen ergibt er. Denn das, was man an Eindrücken empfängt unmittelbar nach dem Durchgang eines Menschen durch die Todespforte, das lebt in Imaginationen, das macht sich als Imaginationen geltend. Nun, im Genaueren zeigt sich da, daß eine gewisse Wechselwirkung gleich nach dem Tode stattfindet zwischen unserem Ätherleib und seinem ätherischen Gegenbilde. Daß uns unser Ätherleib einige Tage nach dem Tode abgenommen wird, das beruht im wesentlichen darauf, daß unser Ätherleib gewissermaßen angezogen, aufgesogen wird durch sein ätherisches Gegenbild und mit diesem nun eins wird, so daß wir in der Tat einige Tage nach dem Tode unseren Ätherleib ablegen, gewissermaßen ihn übergeben, aber an unser ätherisches Gegenbild. Dadurch, daß unser Ätherleib von unserem kosmischen Ebenbilde uns abgenommen wird, stellen sich jetzt ganz besondere Beziehungen heraus desjenigen, was uns so abgenommen ist, zu den anderen elementarischen Wesenheiten, mit denen wir im Leben in Beziehungen gestanden haben. Es ist wirklich das, was sich da als Wechselverhältnis herausstellt zwischen dem, was unser Ätherleib mit seinem Gegenbilde zusammen geworden ist, und den anderen elementarischen Wesenheiten, die unsere Begleiter waren von der Geburt bis zum Tode, eine Art von Wechselverhältnis, das man vergleichen könnte dem zwischen der Sonne und einem Planetensystem, das zu einer Sonne gehört. Gewissermaßen bildet unser Ätherleib mit seinem kosmischen Gegenbilde eine Art Sonne, und die anderen elementarischen Wesenheiten umgeben diese Sonne wie eine Art Planetensystem. Und dadurch, daß diese Wechselwirkung stattfindet, werden diejenigen Kräfte erzeugt, die in der richtigen Weise in langsamem Werden einfügen das, was unser Ätherleib hineintragen kann in die elementarische Welt. Dies, was man so gewöhnlich mit einem abstrakten Worte Auflösung nennt, ist, ich möchte sagen im wesentlichen eine Wirkung der Kräfte, die sich durch dieses von uns übriggelassene Sonnen-Planetensystem abspielt. Da wird allmählich das, was wir im Laufe des Lebens für unseren Ätherleib erworben haben, was wir diesem Ätherleib angeeignet haben, Mitglied der geistigen Welt; das webt sich ein den Kräften der geistigen Welt, und wir müssen nur durchaus uns klar darüber sein, daß jeder Gedanke, jede Vorstellung, jedes Gefühl, das wir entwickeln, wenn sie auch noch so verborgen bleiben, ihre Bedeutungen haben für die geistige Welt, daß sie mit unserem Ätherleib, wenn der Zusammenhalt zerrissen ist mit dem Durchgang durch die Pforte des Todes, in die spirituelle Welt hineingehen und Glieder dieser spirituellen Welt werden. Wir leben nicht umsonst. Die Früchte unseres Lebens, wie wir sie aufnehmen in das, was wir an Gedanken erarbeiten, was wir an Gefühlen erleben, das wird dem Kosmos einverleibt. Das ist etwas, was wir aufnehmen müssen in unser Fühlen, in unser Empfinden, wenn wir uns in rechtem Sinne in der geisteswissenschaftlichen Bewegung verhalten wollen. Denn nicht dadurch, daß man von gewissen Dingen bloß weiß, ist man Geisteswissenschafter, sondern dadurch, daf) man sich durch die Erkenntnis drinnen fühlt in der geistigen Welt, daß man sich als ein Glied in einer ganz bestimmten Art in dieser geistigen Welt fühlt, daß man gewissermaßen weiß: Was du jetzt für einen Gedanken hegst, das hat eine Bedeutung für das ganze Universum, denn das wird bei deinem Tode in der entsprechenden Form diesem Universum übergeben.
Cite:
GA 168/1916-11-09/p009 · edition original