Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten

GA 168/1916-11-09/p013 ·1916-11-09 · original (original)
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Man schaue nur einmal in sein Leben zurück, und man wird schon bemerken, wenn man auch scheinbar einen noch so konsequenten Fortlauf des Lebens zu haben meint, daß man manche Züge hin und her im Leben gemacht hat, daß dies oder jenes aufgetreten ist. Wenn es auch nicht gleich unser Leben in ganz andere Bahnen gebracht hat — was auch zum Teil der Fall sein mag -, so hat es doch unser Leben nach der erfreulichen oder nach der leidvollen Seite in dieser oder jener Richtung bereichert, in dieser oder jener Richtung in andere Verhältnisse hineingebracht. Wir wissen, wenn wir in eine andere Gegend kommen, daß wir durch die andere Luftzusammensetzung in eine andere Gesundheitsstimmung kommen können. Diese verschiedenen seelischen Stimmungen, in die wir im Verlaufe unseres Lebens eintreten, rühren her von den Einflüssen der elementarischen Welt, und zum nicht geringen Teile von den Einflüssen, die von den vorher mit uns in Beziehung gestandenen Toten ausgehen. Mancher trifft im Leben einen Freund oder irgendeine Person, zu der er in diese oder jene Beziehungen tritt, der er diese oder jene Gefälligkeit, der er vielleicht auch einen Verweis, eine Kritik erteilen muß. Daß er mit ihr zusammengeführt worden ist, bedarf der Einwirkung bestimmter Kräfte. Und wer die okkulten Zusammenhänge der Welt erkennt, der weiß, daß, wenn zwei Menschen zu dem oder jenem zusammengeführt werden, manchmal einer, manchmal mehrere derjenigen an diesem Zusammenführen tätig sind, welche vor uns durch die Pforte des Todes geschritten sind. Unser Leben wird dadurch nicht unfreier. Niemand, der nicht töricht sein will, wird sagen: Wie kann der Mensch frei sein, da er doch gezwungen ist, zu essen. — So gilt es auch nicht, zu sagen: Wir werden dadurch unfrei, daß unsere Seele fortwährend Wirkungen aus der elementarischen Welt in der geschilderten Weise empfängt. Aber wirklich, ebenso wie wir mit Wärme und Kälte, mit dem, was unsere Nahrung wird, mit der Luft der Umgebung in Verbindung stehen, so stehen wir zwar auch mit der anderen elementarischen Welt, aber vor allen Dingen mit demjenigen in Verbindung, was von seiten der vor uns verstorbenen Toten kommt. Und man kann wirklich sagen: Des Menschen Wirken für seine Mitmenschen hört nicht auf, wenn er durch die Pforte des Todes geht, und durch seinen Ätherleib, mit dem er selber in Verbindung bleibt, schickt er seine Imaginationen in diejenigen hinein, mit denen er in Verbindung gestanden hat. Eigentlich ist diese Welt, auf die wir da hindeuten, für unser menschliches Leben, wenn sie auch aus guten Gründen unbemerkt bleibt für das alltägliche Leben, eine viel realere als diejenige, die wir gewöhnlich die reale nennen. So viel für heute über diese elementarische Welt.

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Cite: GA 168/1916-11-09/p013 · edition original