Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten

GA 168/1916-11-09/p017 ·1916-11-09 · original (original)
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Es wäre nun ganz falsch, wenn wir glauben würden, daß an dem, was sich so unter dem Einfluß unseres physischen Erdenlebens an ephemerem Interesse, Sympathien, Antipathien anknüpft, die Toten einen ebensolchen Anteil haben könnten wie wir Erdenmenschen hier. Der Tote kommt wirklich in die Notwendigkeit, diese Dinge von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus zu sehen. Und fragen wir uns dann weiter, wie wir beeinflußt sind in der Beurteilung unserer Mitmenschen durch unsere subjektiven Gefühle, durch dasjenige, was in unserem Interesse, in unserer Eitelkeit, in unserem Egoismus und so weiter liegt, so dürfen wir nicht glauben, daß ein Toter ein Interesse haben kann an unseren also gearteren Verhältnissen zu anderen Menschen und zu alledem, was wiederum an Handlungen fließt aus solchen Interessen. Aber wir dürfen auf der anderen Seite auch nicht glauben, daß der Tote das nicht sieht, was da in unserer Seele lebt. Denn es lebt ja wirklich in unserer Seele. Der Tote sieht es schon, der Tote nimmt teil daran; aber der Tote sieht noch etwas anderes, der Tote hat überhaupt eine ganz andere Menschenbeurteilung als der Lebende. Er sieht gewissermaßen die Menschen ganz anders an. Und da ist eines eine ganz besondere Hauptsache: wie der Tore die Menschen, die hier sind auf der Erde, ansieht. Und glauben wir nur nicht, daß der Tote nicht ein reges Interesse für die Menschen hat. Das hat er, denn die Menschenwelt ist ein Glied des ganzen Kosmos; unser Leben gehört dazu. Und so wie wir uns für die untergeordneten Reiche auch in der physischen Welt interessieren, so interessieren sich die Toten intensiv für die Menschenwelt, und da senden sie ihre Impulse herein; durch die Lebenden wirken sie in die Welt herein. Wir haben ja selber gerade vorhin ein Beispiel dafür angeführt, wie die Toten fortwirken, nachdem sie eben durch die Pforte des Todes geschritten sind.

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Cite: GA 168/1916-11-09/p017 · edition original