Der Zusammenhang des Menschen mit der Geistigen Welt

GA 168/1916-12-03/p021 ·1916-12-03 · original (original)
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Nun, ich sagte: halbe und Viertelswahrheiten wirken oftmals schlimmer als vollständige Irrtümer. In der analytischen Psychologie liegen halbe und Viertelswahrheiten, nämlich das Suchen in den unterbewußten Gründen der Seele. Aber vergleichen wir es mit dem, worauf wir heute hingewiesen haben, daß alles, was da auf dem Grunde der Seele lebt an Realitäten, hereinwirkt aus dem Reich der Toten, dann werden wir zu einer ganz anderen Art und Weise getrieben, dann werden wir nicht suchen nach dem «animalischen Grundschlamm» der Seele oder nach der verschlagenen Erotik für irgendeine Seelenstimmung, sondern wir werden oftmals die Ursache für eine Seelenstimmung zu suchen haben bei dem oder jenem Fortgegangenen, dem wir Schwierigkeiten machen durch unser eigenes Verhalten, und diese Schwierigkeiten drücken sich aus dadurch, daß sich ins Bewußtsein diese oder jene Unbefriedigtheiten heraufdrängen. Kurz, wir werden gut tun, wenn wir in einer pietätvollen, heiligen Weise den Zusammenhang uns ins Bewußtsein bringen, der nicht bloß besteht zwischen unserer Welt und einer abstrakten, pantheistisch-verschwommenen geistigen Welt, sondern der realen geistigen Welt, worinnen diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, reale Wesenheiten sind, die mit uns sind, so wie sie im Leben waren, nur daß dasjenige, was sie mit uns zusammen wirken, viel näher unserer Seele geht als das, was sie im Leben gewirkt haben, wo wir immer durch unseren und ihren Leib getrennt waren, der wie eine Barriere zwischen uns stand.

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