Der Zusammenhang des Menschen mit der Geistigen Welt

GA 168/1916-12-03/p029 ·1916-12-03 · original (original)
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Ich habe versucht, in Ihnen ein Empfinden hervorzurufen von der Art des Zusammenwirkens zwischen den sogenannten Toten und den sogenannten Lebenden. Wir müssen uns nur klar sein darüber, wie die Bedingungen ganz andere sind in der geistigen Welt als hier. Einen guten Teil dieser Bedingungen und der Bedingungen des Erlebens in der geistigen Welt finden Sie in dem Vortragszyklus «Über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», den ich vor einigen Jahren in Wien gehalten habe. Allein man kann von diesen Dingen immer nur einiges herausgreifen, das nach der einen oder nach der anderen Seite wichtig ist. Da muß gesagt werden, daß etwas Ähnliches und wiederum sehr Unähnliches gegenüber unserem physischen Leben vorhanden ist in der geistigen Welt. Bevor wir in vollem Sinne hier in die physische Welt eintreten, machen wir ja die Embryonalzeit durch, in der die Bedingungen des Lebens ganz andere sind als von dem Momente an, wo wir voll in die physische Welt als Atmer der äußeren Luft eingetreten sind. In einem gewissen Sinne und Stile ist die Zeit, die wir im ersten Geistesjahr durchmachen - was so oftmals die Kamalokazeit genannt worden ist -, schon ähnlich der Embryonalzeit. Denn wie der Mensch gewissermaßen ein anderes menschliches Wesen zu Hilfe nimmt, von dem er sich durch zehn Mondenmonate hereintragen läßt in die physische Welt, so läßt er sich durch all das, was ihn zusammenhält an Wünschen und Begierden mit der physischen Welt, die er langsam abstreift, in die geistige Welt hineintragen. Und es ist das Bewußtsein in diesem ersten Geistesjahr — dreißig Jahre nach dem Tode - noch etwas ähnlich dem Bewußtsein hier in der physischen Welt, wenn auch die Fertigkeiten und dergleichen, die nur in der physischen Welt angeeignet werden können, nur mittelbar durch den ätherischen Leib vermittelt sein können. Dann aber treten andere Bedingungen des Bewußtseins ein; ein viel höheres Bewußtsein als dasjenige, das wir hier im physischen Leibe haben können, tritt dann ein. Sie können, wenn Sie sich an manches erinnern, was in dem vorhin genannten Zyklus gesagt worden ist, sehen, wie dieses Bewußtsein in der geistigen Welt einen anderen Charakter hat. Sie müssen nur ins Auge fassen, wie sehr das Bewußtsein abhängig ist von dem, was in dieses Bewußtsein hereinkommen kann. Und wenn wir hier in der physischen Welt als gewöhnliche Menschen herumgehen, so kommen die Erscheinungen des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches und des physischen Menschenreiches in uns herein mit anderen Seelenerlebnissen, Kulturerlebnissen und so weiter. Nach dem Tode nehmen wir die mineralische Welt als solche ja gar nicht mehr wahr, von der pflanzlichen Welt nur das allgemeine Leben. Lesen Sie nach in meiner «Theosophie», wie die Dinge sind im Aufstiege in der sogenannten Geisteswelt.

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Cite: GA 168/1916-12-03/p029 · edition original