{"corpus":"steiner","locus":"GA 168/1916-12-03/p030","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das alles ist auch verknüpft mit einem ganz andersartigen Erleben in der geistigen Welt. Nun, für all das gibt es eigentlich keine Worte, wie Sie begreifen können. Unsere Sprache ist im Grunde genommen für die physische Welt geschaffen; man hat also immer Schwierigkeiten, diese andersartigen Verhältnisse richtig zu schildern. Daher kann man so leicht mißverstanden werden. Vor allen Dingen kann man sich auch nur vergleichsweise ausdrücken. Hier in der physischen Welt stehen Sie, ich möchte sagen in einem Punkte des ganzen Weltgebäudes; Sie blicken mit Ihren Augen hinaus nach allen Richtungen im Umkreise. In der geistigen Welt ist es nicht so. Da sind Sie im Umkreise und blicken vom Umkreis herein gewissermaßen nach dem Innenraum einer Hohlkugel, nur daß dies vergleichsweise ist, denn es ist keine Hohlkugel, weil die Zeit eine viel größere Bedeutung hat als der Raum. Also aus dem Umkreis herein schauen Sie alles an; da sind ganz andere Bedingungen des Vorstellens, ganz andere Bedingungen des Anschauens! Und im Inneren des Vorstellens selber sind wiederum ganz andere Bedingungen. Nehmen wir einmal an, der Mensch ist mit sechzig, siebzig, achtzig Jahren oder auch früher durch die Pforte des Todes gegangen: Nun fühlt er deutlich ein inneres Erlebnis. Wenn Sie hier im physischen Leben Hunger oder einen Schmerz fühlen da oder dort an einer Stelle des Leibes, sagen Sie nicht: der Hunger ist da oder dort, sondern der Hunger ist in Ihnen. $o fühlen Sie, indem Sie aus dem ganzen Umkreis hereinschauen, an irgendeiner Stelle etwas, Sie wissen, da ist etwas, das will etwas mit Ihnen zu tun haben. Jetzt müssen Sie die Anstrengung beginnen, das, was sich da manifestiert, was sich geoffenbart hat, wegzuschaffen! Und erst wenn Sie es weggeschafft haben, tritt das Wahre auf, das sich hier manifestieren will. Also wir können sagen: Wir haben als geistige Wesen in uns eine Vorstellung; aber diese Vorstellung sagt uns noch gar nichts, sondern sie muß erst weggeschafft werden, und erst wenn wir sie weggeschafft haben, finden wir in uns — ja, so paradox es klingt, es ist so - einen Engel oder Erzengel, der sich uns offenbart! Wir müssen uns die Anwesenheit erst erringen, indem sich uns zunächst diese Gegenwart in der Vorstellung ankündigt. So ist das Begreifen der geistigen Welt mit entschiedener Kraftanstrengung, mit entschiedener Arbeit verbunden. Nur dann können sich Seelen, die hier im physischen Leibe zurückgeblieben sind, mehr oder weniger, ohne daß sie diese Kraftanstrengung durchmachen, hinaufmanifestieren zu dem Toten, wenn sie wirklich die Gedanken hier an den Toten entfalten oder dem Toten irgend etwas, durch Vorlesen oder dergleichen, vorführen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Zusammenhang des Menschen mit der Geistigen Welt","site_heading":null,"date":"1916-12-03","location":null,"word_count":423,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/168/1916-12-03/p030","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/168/1916-12-03/p030"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/168/1916-12-03/p030","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}