Blut und Nerven

GA 169/1916-06-13/p008 ·1916-06-13 · original (original)
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Ganz anderes müssen wir über unsere Blutsubstanz sagen. Die ist durchaus irdisch, und die Vorgänge, die im Blute vor sich gehen, müßten nach der inneren Beschaffenheit des ganzen Blutsystems eigentlich nur irdische Vorgänge sein. Das Eigentümliche der irdischen Vorgänge ist aber, daß sie eben nicht leben. Das Mineralreich ist, wie wir wissen, dasjenige, was auf der Erde dazugekommen ist, das leblose Reich. Und ganz entspricht diesem leblosen Reich in uns das Element des Blutes. Zwar lebt dieses Blut, solange es in uns ist, aber es ist nicht durch seine innere irdische Natur zum Leben bestimmt, das ist das Eigentümliche, sondern dadurch, daß es verbunden ist mit dem im Menschen, was außerirdisch ist, bekommt es sein Leben. Während das Nervensystem eigentlich zum Leben im Kosmos draußen, außerirdisch, bestimmt ist und in uns tot ist, ist das Blut bestimmt, in uns tot zu sein und erlangt ein Leben von außen. Das Nervensystem gibt gewissermaßen sein Leben ab an das Blut, und so ist das Nervensystem verhältnismäßig tot, das Blut verhältnismäßig das Lebendige. So wahr das Nervensystem kosmisch Leben und irdisch Tod hat, so wahr hat das Blut umgekehrt durch sich irdisch Tod und erborgtes, ihm aufgedrängtes kosmisches Leben. Das Leben ist überhaupt nicht von unserer Erde. Daher muß das Nervensystem gewissermaßen den Tod aufnehmen, damit es irdisch werden kann, und das Blut muß lebend werden, damit der Mensch, insofern er irdische Substanz ist, der außerirdischen Welt sich zuwenden kann.

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Cite: GA 169/1916-06-13/p008 · edition original