Blut und Nerven
Und jetzt, meine lieben Freunde, erinnern wir uns recht tief, gefühls- und empfindungsmäßig recht gründlich an mancherlei, das wie ein roter Faden durch viele unserer Betrachtungen gegangen ist. Erinnern wir uns an alles dasjenige, das wir gesagt haben über das Herabsteigen des Christus aus den Weltensphären in unsere Erdensphäre, so werden wir dasjenige, was so in unserer Erinnerung auftauchen kann, verbinden können mit den Gedanken, die eben jetzt geäußert worden sind. Wir sind ja aus diesem Weltenall, aus diesem Universum stammend. Einst, in der lemurischen Zeit, sind wir herabgekommen, oder überhaupt im Laufe der Erdenentwickelung sind wir herabgekommen, haben unsere Entwickelung mit der Erde verbunden. Aber indem wir unser Nervensystem zur Entwickelung der Erde anvertraut haben, haben wir es der Totwerdung anvertraut, und sein Leben haben wir oben gelassen. Dieses Leben, das wir oben gelassen haben, ist dasselbe, das später nachgekommen ist in der Christus-Wesenheit. Das Leben unserer Nerven, das wir nicht in uns tragen, das wir nicht vom Anfange unseres Erdendaseins an in uns tragen konnten, es ist nachgekommen in der Christus-Wesenheit. Und was mußte es ergreifen im Erdendasein? Es mußte ergreifen das Blut! Daher das viele Hinblicken auf das Blutmysterium. Dasjenige, was in uns getrennt ist, indem das Nervensystem sein kosmisches Leben verloren und das Blut ein kosmisches Leben bekommen hat, daß Leben Tod und der Tod Leben wurde, das erreichte eine neue Verbindung dadurch, daß dasjenige, was nicht in unserem irdischen Nervensystem lebt, aus dem Kosmos zu uns niedergestiegen ist, Mensch geworden ist, in das Blut getreten ist, das Blut sich aber mit der Erde vereinigt hat, wie ich in früheren Vorträgen ausgeführt habe. Und wir als Menschen können durch die Teilnahme am Christus-Mysterium den polarischen Gegensatz ausgleichen zwischen unserem Nervensystem und unserem Blutsystem.
Cite:
GA 169/1916-06-13/p011 · edition original