Blut und Nerven

GA 169/1916-06-13/p017 ·1916-06-13 · original (original)
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Deshalb ist es notwendig - Sie brauchen sich nur, um die Notwendigkeit einzusehen, an einen Vortrag zu erinnern, den ich vor einigen Wochen hier gehalten habe -, daß ein wenig angeknüpft werde an die Zeit des europäischen Geisteslebens, da man versucht hat, wenn auch noch nicht mit den heutigen Mitteln der Geisteswissenschaft, dem Geiste nahe zu kommen. Aus diesem Grunde habe ich gerade in dieser jetzigen schweren Zeit die Vorträge der verflossenen Winter gehalten und sie jetzt zusammengefaßt in dem Buch, das nächstens fertig werden wird, «Vom Menschenrätsel», wo das Denken, Schauen und Sinnen einer Anzahl von Geistern des 19. Jahrhunderts zusammengefaßt ist, die eben noch nach dem Geistigen strebten, wenn auch noch nicht mit den Mitteln der heutigen Geisteswissenschaft. Aber ich versuchte, in diesem Buche zu zeigen, wie diese Geister hinstrebten zum Geiste, wenn sie ihn auch noch nicht erreichen konnten. Es wird sich ja zeigen, ob nicht vielleicht gerade dieses Buch «Vom Menschenrätsel», das die Vorträge der letzten Winter zusammenfaßt, trotzdem es so leicht als möglich geschrieben ist, manchem zu schwer sein wird und er es beim Kaufen bewenden lassen wird, was das weniger Wichtige ist. Das Wichtigere ist das Lesen! Es wird sich ja zeigen, ob dieses Buch, das wirklich geschrieben ist, um der Zeit zu dienen, eine Wirkung tut, ob es in die Seelen einzieht. Es ist ein Buch, das von jedem verwendet werden kann, um gewissermaßen denjenigen, die außerhalb unseres Kreises stehen, den Beweis zu liefern, daß Geisteswissenschaft wie eine Forderung der besten Geister der unmittelbaren Vergangenheit dasteht, daß sie nicht etwas ist, das nur aus einer gewissen Willkür heraus entspringt, sondern wirklich eine Forderung der besten Geister ist.

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Cite: GA 169/1916-06-13/p017 · edition original