Blut und Nerven

GA 169/1916-06-13/p019 ·1916-06-13 · original (original)
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Mit diesem meinem Buch sollte noch einmal versucht werden, Geister wie Fichte, Schelling, Hegel, Troxler, Planck, Preuß, Immanuel Hermann Fichte und einige andere lebendig zu machen in unserer Gegenwart. Das, was sie enthalten, ist eine ganz andere Seelennahrung als dasjenige, was die heutigen Menschen so vielfach suchen, die ganz ehrlich, aber mißleitet suchen. Wie tat einem doch das Herz weh, wenn man immer wieder und wiederum sah, wie ehrlich suchende Menschen griffen zu dem oder jenem, um für ihre Seele Nahrung zu haben, um einen Weg zu haben in die geistige Welt hinein. Hätte man zu solchen Schriften wie Schellings «Clara» oder «Bruno» gegriffen, unendliche Seelennahrung - allerdings mit einiger Anstrengung, aber die tut gut! — hätte man gewinnen können. Immer lebendiger und lebendiger wurde ja ein gewisses naives Seelensuchen der letzten Zeit, aber das Höchste, zu dem man sich verstieg, war in weiteren Kreisen so etwas wie die Seelensauce von Ralph Waldo Trine oder dergleichen, oder jene geistige Seelensauce, die entsteht, indem man irgendeine Ausgestaltung des Buddhismus oder des Brahmanismus oder ähnliches mit einer Sauce verbrämt. Da hat man die sonderbarsten Erfahrungen machen können. Ich kannte einen ganz lieben Menschen - er ist vor kurzem hier in Berlin gestorben -, der, als ich zuerst veröffentlicht hatte die Schriften, die ich der Interpretation Goethes gewidmet habe, für diese Schriften dazumal enthusiasmiert war. Dann ist er älter geworden und hat nun - daraus sehen Sie, daß der Enthusiasmus nur so ein Sprühfeuer war — gerade in der letzten Zeit eine ganze Menge von solchen Seelensauce-Werken, nicht gerade Ralph Waldo Trine, aber andere aus dem Amerikanisch-Englischen ins Deutsche übersetzt. Man brauchte ja lange Zeit hindurch amerikanisch-englische Seelennahrung hier in Europa.

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Cite: GA 169/1916-06-13/p019 · edition original