Die Wechselwirkungen zwischen den Gliedern des menschlichen Organismus

GA 169/1916-06-27/p003 ·1916-06-27 · original (original)
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Ich werde heute zunächst einiges zu sagen haben, das in verschiedener Weise eine Ergänzung sein kann zu manchem, das wir im Laufe der Zeit aus dem Gebiete unserer Geisteswissenschaft besprochen haben. Wenn wir uns erinnern an das Elementarste, was wir wissen — wir können uns daran immer wieder und wiederum erinnern -—, so denken wir uns den Menschen zusammengesetzt aus den vier Hauptgliedern, die wir zunächst als die Glieder des gegenwärtigen Menschen, so wie er sich durch Saturn-, Sonnen-, Mond- und Erdenentwickelung ergeben hat, betrachten: Physischer Leib, ätherischer Leib, astralischer Leib und Ich. Nun haben wir oftmals betont, daß mit der Aufzählung dieser vier Glieder der menschlichen Natur, mit der Namengebung, zunächst recht wenig getan ist und recht wenig gesagt ist; denn darauf kommt es an, daß wir immer bestimmtere und bestimmtere, konkretere und konkretere Begriffe und Ideen verbinden mit dem, was in unserer Seele auftaucht, wenn wir von diesen vier Gliedern der menschlichen Natur sprechen. Wir sprechen zunächst vom physischen Leib. Da haben wir das Gefühl, diesen physischen Leib, den müssen wir doch kennen, oder mindestens müsse diesen physischen Leib die äußere Wissenschaft kennen, denn sie beschäftigt sich ja so viel mit ihm. Nun wissen wir, daß dieser physische Menschenleib ein recht, recht kompliziertes Gebilde sein muß aus dem Grunde, weil er ja schon seine erste Veranlagung gefunden hat in so früher Zeit, als der alte Saturn seine Entwickelung entfaltet hat. Dann ist er verändert worden während der Sonnenzeit, ist weiter verändert worden während der Mondenzeit und ist ja jetzt auch schon eine lange, lange Zeit durch die Erdenentwickelung gegangen, die ihm wiederum ihr Gepräge aufgedrückt hat, so daß wir doch voraussetzen müssen: Dieser physische Menschenleib hat in vier langen, langen Zeitperioden sein Gepräge erhalten. Eine Viergliedrigkeit müssen wir vermuten in diesem physischen Menschenleib. Und wenn wir uns fragen: Was ist während der Erdenentwickelung in diesen physischen Menschenleib hineingekommen? - so werden wir in der Regel nach den Anschauungen, die man aus dem gewöhnlichen Leben und aus der gewöhnlichen Wissenschaft heraus entwickeln kann, eine falsche Vorstellung bekommen. Denn nur umgebildet, verwandelt, metamorphosiert worden ist unser physischer Leib während der Erdenentwickelung. Vieles von ihm war bereits nicht nur in der Anlage, sondern auch in der Entwickelung, in der Ausbildung während der alten Mondenentwickelung vorhanden. Was während der Erdenentwickelung hinzugekommen ist, davon sieht man eigentlich, wenn man «sehen» im wahren Sinne des Wortes nimmt, nicht viel. Eigentlich hat sich während der Erdenentwickelung nur die Lage geändert: Wir sind aufrechte, senkrecht auf der Oberfläche der Erde wandelnde Wesen geworden. Die Lage, die Richtung hat sich geändert und alles, was damit zusammenhängt. Diese senkrecht auf der Oberfläche der Erde stehende Physiognomie ist während der Erdenentwickelung dem Menschen aufgedrückt worden. Wenn Sie sich erinnern an ein sehr bekanntes mythologisches Bild, das Bild des Kentauren, so können wir geisteswissenschaftlich sagen: Dieses Bild des Kentauren, Mensch und Pferd, oder überhaupt Mensch und irgendeine Tierform, das soll eigentlich imaginativ darstellen den menschlichen physischen Leib, wie er sich herausstellen würde, wenn man hinzudenkt zu seiner jetzigen aufrechten Lage das, was der Mensch war während der Mondenentwickelung, wo er nicht diese aufrechte Lage hatte. In solchen Bildern, in solchen Imaginationen, die die Mythologie erhalten hat, liegen eben unendlich tiefe Weisheiten verborgen.

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