{"corpus":"steiner","locus":"GA 169/1916-06-27/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nehmen wir an, ein Künstler bildet eine solche Venus, bei deren Bildung er richtig empfunden hat: Da ist ein stärker aufzehrender astralischer Leib vorhanden als bei einer gewöhnlichen Frau. Wir werden es dem schmalen Hals, der Bildung des Brustkorbes ansehen, wir werden es auch den anderen Gliedern ansehen, daß da etwas Verzehrendes im astralischen Leibe zugrunde liegt, werden es vielleicht der Gestalt ansehen, daß sie nicht besonders alt werden kann, wenn der Künstler die Sache physisch ausdrückt. Da wird der Geisteswissenschafter sagen, wenn einmal ein Künstler so etwas tut: Dieser Künstler hat empfunden, was da eigentlich in der Realität zugrunde liegt. Wir werden von diesem Gesichtspunkte uns sagen: Oftmals empfindet der Künstler, indem er bildet, eine reale geistige Wirklichkeit. - Was wird der Arzt sagen, der nicht Geisteswissenschafter ist, wenn er sieht, daß ein Künstler solch eine Gestalt gebildet hat? «Das ist eine schwindsüchtige Gestalt», wird er sagen, denn in der Tat: Bei jemandem, der die Schwindsucht hat, ist auch der astralische Leib durch das Karma einer früheren Inkarnation ein stärker verbrennender astralischer Leib, als bei jemandem, der nicht die Schwindsucht hat. Botticelli hat eine sehr schöne, bewunderte Venus gebildet, die meisten von Ihnen werden sie kennen. Auf diesem Bilde der Venus, die auf der Muschel steht, sehen wir einen richtigen physischen Leib, der so gebildet ist von Botticelli, daß wir uns denken müssen: ein verzehrender astralischer Leib liegt zugrunde. Daher ist auch ein Streit entstanden unter den Kunstgelehrten. Die einen bewundern die von den sogenannten Normalgestalten abweichende Gestalt dieser Venus mit dem schmalen Halse, mit der merkwürdigen Oberbrust und so weiter; die anderen sagen, das kommt ja doch nur davon her, weil er ein schwindsüchtiges Modell gehabt hat. - Gewiß, man kann alles materialistisch erklären. Wahrscheinlich hat sogar Bortticelli ein schwindsüchtiges Modell gehabt: Diese Simonetta, die mit dreiundzwanzig Jahren gestorben ist. Aber nicht darauf kommt es an, sondern darauf, daß er das Gefühl hatte, gerade dieses Modell zu verwenden für eine Venus, das ihm die Möglichkeit bot, einen Menschen mit einem den physischen Leib schneller als bei anderen aufzehrenden astralischen Leibe zu machen. Und in der Tat, gerade bei diesem Bild - ich will es langsam herumgehen lassen, es ist eine schlechte Nachbildung, aber ich habe im Augenblick keine bessere werden Sie sehen, wie da in der Tat bemerkbar ist, daß wir es mit einem anders gearteten astralischen Leib zu tun haben, mit einem den physischen Leib durch den Ätherleib hindurch verzehrenden astralischen Leib. Sie sehen, wie uns Geisteswissenschaft führen kann, wie uns Geisteswissenschaft den Weg weisen kann zum Verständnis solcher Dinge.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Wechselwirkungen zwischen den Gliedern des menschlichen Organismus","site_heading":null,"date":"1916-06-27","location":null,"word_count":423,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/169/1916-06-27/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/169/1916-06-27/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/169/1916-06-27/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}