Die Wechselwirkungen zwischen den Gliedern des menschlichen Organismus

GA 169/1916-06-27/p019 ·1916-06-27 · original (original)
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Da möchte ich Sie auf etwas aufmerksam machen. Blicken Sie in irgendeine illustrierte Zeitschrift, den «Tag» oder die «Woche» oder so etwas, und betrachten Sie eine Momentaufnahme, wo die Menschen auf der Straße gehen. Die Momentaufnahmen geben die unmittelbare äußere Wirklichkeit, sie geben den Menschen, wie er da ist — schön ist es meistens nicht! Wenn man eine Momentaufnahme eines Vogels macht, sieht die auch ganz anders aus, als der Maler sie heute malen würde. Aber das Merkwürdige ist: Wenn Sie Japanische Vögel anschauen, sind die in ihrer Zeichnung ähnlich den Momentaufnahmen. Das ist einmal so. Es gibt eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den japanischen Zeichnungen im Fluge befindlicher Vögel und der Momentaufnahme des Vogels. Und sogar bei Zeichnungen von Menschen ist es ähnlich, denn der Japaner — aber man muß sich beschränken auf die Beobachtung des Ausschreitens — zeichnet viel eher das, was die Momentaufnahme gibt. Das rührt eben davon her, daß das japanische Anschauen des vierten nachatlantischen Zeitraumes sich bewahrt hat in die Gegenwart hinein. Wir können nicht mehr so sehen, wie der Japaner sieht. Der Japaner sieht heute, nur nicht mit demselben Schönheitssinn wie der Grieche, vielfach im griechischen Sinne richtiger, als der zur fünften nachatlantischen Kulturepoche fortgeschrittene Europäer. Diese Dinge werden einem nur erklärlich, wenn man sie wiederum mit dem Blick der Geisteswissenschaft anschaut. Und wir werden, wenn Sie die asiatische Bildnerei vergleichen mit der europäischen Bildnerei, den Unterschied finden zwischen dem vierten, dort erhaltenen, nachatlantischen Zeitraum und unserem fünften nachatlantischen Zeitraum.

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Cite: GA 169/1916-06-27/p019 · edition original