{"corpus":"steiner","locus":"GA 170/1916-08-06/p081","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So ganz bloß beschränkt auf Initiiertenkreise ist das Bewußtsein doch nicht, sondern es kommt schon an den Menschen heran. Es gibt ja doch wirklich Menschen, die, man möchte sagen, durch eine natürliche Begabung zuweilen heraufstrahlen fühlen in besonders begnadeten Momenten, was da unten wirkt und lebt in den Strömungen, in die der Mensch hineinversetzt ist. In der mannigfaltigsten Weise kommt das zum Vorschein. Einzelne Menschen gibt es, welche in einem höheren Sinne, als das bei der äußeren philiströsen Religionsauffassung oftmals der Fall ist, dieses Tiefere im Menschen erfühlen. Man redet oftmals von Schuld, und gewisse Pastoren suchen gerade den Menschen dadurch zu vertiefen, daß sie ihm so recht ein Schuldbewußtsein beibringen. Aber das ist nur ein oberflächliches Erfassen. Es ist ja das Oberflächliche auch berechtigt, aber man kann tiefer gehen. Und tiefere Menschen fühlen auch mit dem, was sonst bloß das Schuldbewußtsein ist, verknüpft dieses Herauftönen und Heraufleuchten eines Waltens aus den Untergründen des menschlichen Seins. Hätten die Menschen nicht solche Scheu und solche Furcht, sich selbst kennenzulernen, so würden sie viel häufiger sich selber kennenlernen. Aber schon die unterbewußte Seele drängt zurück, was da in den Untergründen waltet, weil der Mensch unbewußt Furcht und Scheu und Angst vor sich selbst, vor seinen Weiten und vor seinen Tiefen hat. Wenn es aber einmal heraufleuchtet und heraufstrahlt, dann ist es wirklich so, als ob alles sphinzartig wäre an dem, was da heraufleuchtet und heraufstrahlt. Und man empfindet tief mit Menschen, welche aus wirklicher innerer Seelenerfahrung solches haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1916-08-06","location":null,"word_count":246,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/170/1916-08-06/p081","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/170/1916-08-06/p081"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}