Sechster Vortrag

GA 170/1916-08-07/p012 ·1916-08-07 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Da haben Sie an der Natur die Möglichkeit, einen Begriff zu bilden von etwas, das sehr, sehr berücksichtigt werden muß, wenn man wirkliche Weltanschauung erwerben will. Unsere äußere Wissenschaft hat es nach und nach zu dem Schrecklichen gebracht, daß man alles so erklären will, daß sich immer das Folgende als ein Ergebnis des Früheren herausstellen soll, Wirkung immer auf Ursache. Es gibt nichts Törichteres als dieses Uniformieren der Welt in der Vorstellung, als ob immer aus der Wirkung auf die Ursache, und von der Ursache auf die Wirkung gegangen werden soll. Es entstehen spätere Wirkungen, die gar keinen direkten ursächlichen Zusammenhang mit einer vorhergehenden Ursache haben; denn wie sollte denn im Weizenkorn die Ursache liegen, daß es menschliches Nahrungsmittel werden wird? Höchstens nach der billigen Teleologie, die im achtzehnten Jahrhundert zum Teil noch gang und gäbe war, wonach man das Vorhandensein gewisser korkartiger Stoffe in der Natur damit erklärt hat, daß geheimnisvolle Geister diese Dinge geschaffen haben, damit man Champagnerpfropfen machen könnte. Nein, es geht wirklich da die Weizenfrucht über in eine andere Sphäre.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/170/1916-08-07/p012.json
Cite: GA 170/1916-08-07/p012 · edition original