Sechster Vortrag
Und so ist es auch, wenn wir Erkenntnisse der äußeren Natur, der äußeren Dinge erwerben. Die Dinge gehen da in eine andere Sphäre über. Und ich bitte Sie, diese Wahrheit recht, recht tief zu nehmen. Wir Menschen können uns eine ganz große Summe dessen entziehen, was wahrheitsgemäß in uns ist, was wir verwenden müssen, um übergehen zu lassen unseren Leib der gegenwärtigen Inkarnation in den Kopf der nächsten Inkarnation. Wir können uns viel entziehen, um gegenwärtige Kenntnisse zu erwerben, aber wir müssen beachten, daß diese Kenntnisse zu etwas anderem da sein müssen. Wie die Weizenkörner gewissermaßen geadelt werden dadurch, daß sie zur menschlichen Nahrung verwendet werden - es wird ihnen da etwas Angemessenes gegeben dafür, daß sie ihrer ursprünglichen Wesenheit entzogen werden -, so muß es auch mit der menschlichen äußeren Erkenntnis sein, die ganz wider die Natur des Vorstellungsmäßigen, des Wahrheitsmäßigen entwickelt wird. Alles das, was der Mensch als Wahrheit erwirbt, die in Bildern der Außenwelt besteht, das soll er in seiner Gemütsempfindung den Göttern übergeben. Er soll das Bewußtsein immer in sich tragen: Erwirbst du Erkenntnisse, die du dem fortlaufenden Strom entziehst, so sei dir klar, daß Erkenntnis-Erwerben ein Götterdienst sein muß. Was an Erkenntnis erworben wird, ohne daß wir uns bewußt sind, daß das ein heiliger Dienst in der Entwickelung der Menschheit ist, ohne daß wir das, was wir uns aneignen von der Außenwelt, den höheren Geistern übergeben, die sich davon nähren, die das in sich aufnehmen - was wir an solcher Erkenntnis erwerben, die wir nicht mit dieser Empfindung begleiten, die wir einfach gedankenlos erwerben, das ist wie Weizenkörner, die in die Erde fallen und verfaulen, das heißt, die keine Ziele erreichen, nicht die ihren und nicht die anderen, die zur menschlichen Nahrung dienen.
Cite:
GA 170/1916-08-07/p013 · edition original