Vierter Vortrag

GA 171/1916-09-23/p009 ·1916-09-23 · original (original)
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Der Mensch hat früher andere Fähigkeiten gehabt. Wenn wir zurückgehen in der geschichtlichen Entwickelung, finden wir, daß, je weiter wir in die Vergangenheit zurückgehen, immer mehr und mehr der Mensch noch hineinblicken konnte in die geistige Welt. Aber diese Fähigkeiten waren nicht so, daß sie der Mensch frei handhaben konnte, sondern sie waren mehr oder weniger unfreiwillig im Menschen auftretend. So ähnlich, wie die Sehnsucht nach Schlaf über den Menschen kommt, so war ihm in früheren Zeiten die Kraft, dieses oder jenes zu erkennen, gekommen; aber diese Kraft, dieses oder jenes zu erkennen, die ging dafür hinein in die geistige Welt. Damit der Mensch eine Etappe vorwärtsschreiten konnte auf dem Gebiete der freien Entschlußfähigkeit, auf dem Gebiete der Entwickelung zur Freiheit, mußte er abgeschlossen werden von den Kräften, die ihn früher allerdings näher der geistigen Welt gebracht haben, aber ihn auch unfreier gehalten haben. Die Menschheit mußte eine Zeitlang durch eine Entwickelungsperiode durchgehen, in der sie gewissermaßen wie durch eine Hülle oder durch einen Schleier abgeschlossen war von der geistigen Welt, damit sie freier werden konnte. Allerdings ist diese Entwickelung noch lange nicht abgeschlossen, aber ihr erster Entwickelungsprozeß ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts abgeschlossen gewesen. Und seit jener Zeit — das wissen diejenigen, welche etwas vom geistigen Leben, das hinter dem sinnlichen ist, erkennen - ist es eine Notwendigkeit, und es wird immer mehr und mehr eine Notwendigkeit werden, daß zu den rein verstandesmäßigen Betrachtungs- und Erkenntniskräften hinzutreten andere Kräfte, die in der menschlichen Seele schlummern und die sich ebenso entwickeln müssen, wie sich die Kräfte entwickelt haben, welche die Menschheit zu den großen Fortschritten der letzten drei bis vier Jahrhunderte gebracht haben.

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Cite: GA 171/1916-09-23/p009 · edition original