Vierter Vortrag

GA 171/1916-09-23/p011 ·1916-09-23 · original (original)
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Aber diejenigen Menschen —- und es waren ja immer weniger und weniger geworden gerade in den letzten drei bis vier Jahrhunderten -, die wissen, was der Menschheit not tut, die konnten sich auch erklären, warum von der Mitte des 19. Jahrhunderts an wie durch einen inneren Prozeß eine gewisse Sehnsucht entstand, von den geistigen Welten etwas zu wissen. Und das Eigentümliche ist: Die Sehnsucht, von den geistigen Welten zu wissen, zeigte sich so, daß sie angepaßt war der materialistischen Zeitgesinnung. Auf materialistische Weise wollte man den Geist kennenlernen. Denn dasjenige, was menschliche Angewohnheit ist, verliert sich viel weniger rasch als die Sehnsuchten nach diesem oder jenem. Also auf materialistische Weise wollte man den Geist erkennen. Und diese materialistische Geist-Erkenntnis wurde von denjenigen oftmals gefördert, ausgiebig gefördert, welche gerade wissen, was der Menschheit not tut. Aus diesem Grunde kamen die verschiedenen materialistischen Wissenszweige herauf, die zum Beweise dienen sollten, daß es hinter dem Sinnlichen ein wirkendes Geistiges gibt. Alles das, was angestellt worden ist, um durch das hypnotische, durch das Suggestionselement, ja durch den Spiritismus oder Spiritualismus, wie man es nennt, dahin zu kommen, daß es Geist in der Welt gibt, das ist ja nichts anderes als ein Versuch, mit den Mitteln des Materialismus den Geist zu erforschen. Die Menschheit hatte sich gewöhnt, das, was sie als wahr anerkannte, nur dann anzuerkennen, wenn es durch den Laboratoriumsversuch oder durch die Klinik konstatiert wird. Nun wollte man auf dieselbe Weise durch äußere Hantierungen, ganz nach dem Muster der naturwissenschaftlichen Methode, eine Methode herausgestalten, die gewissermaßen den Geist handgreiflich erweisen sollte.

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Cite: GA 171/1916-09-23/p011 · edition original