{"corpus":"steiner","locus":"GA 171/1916-09-23/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir haben öfter gesprochen über den Wert jenes Erkennens, das dadurch zustande kommt, daß die für unser Zeitalter vollgültige Erkenntniskraft und Seelenkraft beim Menschen herabgestimmt wird, so daß der Mensch gleichsam medienhaft zu einem Instrumente gemacht wird, um allerlei geistige Wirklichkeiten und geistige Tatsachen herein zu lassen in unsere sinnliche Welt. Wie gesagt, über den Wert oder Unwert dieser Methoden haben wir ja öfter gesprochen. Heute wollen wir uns klarmachen, welchen Sinn im geschichtlichen Werden es hatte, daß man gewissermaßen abtöten, ablähmen wollte das, was der Mensch heute haben soll: Bewußtsein, hineinzuschauen in die geistige Welt, vollbewußtes Hineinschauen; daß man das ablähmen wollte, um den Menschen zu einem Instrument zu machen, durch welches herauskommt in der physischen Welt das, was da um uns herum geistige Wirklichkeit ist. Es entspricht dies einer tiefen Notwendigkeit des geschichtlichen Werdens, denn es war das bewußte Denken gerade durch das, was es werden mußte in den letzten drei, vier Jahrhunderten, einseitig entwickelt. Es war gewissermaßen der Gedanke so dünn und dadurch auch so ohnmächtig geworden, weil er auf der Oberfläche der Dinge haften sollte zur Erzeugung der menschlichen Freiheit. Aber dadurch konnte er nicht untertauchen unter die Oberfläche der Dinge. Ausschaltung dieses Gedankens, Zurückführung der menschlichen Seelenverfassung zu der primitiven Seelenstimmung, das wollte man herbeiführen, um zu Hilfe zu kommen dem in der neueren Zeit ohnmächtig gewordenen Gedanken, der nicht mehr durch sich selber die Kraft finden konnte, hineinzutauchen in die geistige Welt. Und so entstand denn dasjenige, was viel verbreiteter ist, als der heutige Philister ahnt: das Suchen nach dem Geiste auf materialistische Weise. Mit Ausschluß des bewußten Erkennens, zu dem man das Vertrauen in bezug auf die geistige Welt verloren hatte, wollte man durch ein unterbewußtes Erkennen, durch Herabstimmung des bewußten Erkennens, in die geistige Welt untertauchen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1916-09-23","location":null,"word_count":294,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/171/1916-09-23/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/171/1916-09-23/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/171/1916-09-23/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}