Vierter Vortrag
Und welcher Art ist dieses Tote? Dieses Tote ist nicht so, daß es die menschlichen Wesen sind, die unsere Zeitgenossen sind, das heißt die Seelen, die, geistig genommen, unsere Zeitgenossen sind. Wenn wir also ein so gemeintes Experiment, wie es charakterisiert worden ist, nehmen, sagen wir, das 1870 angestellt worden ist, so setzte man sich dadurch nicht mit der lebendigen Gegenwart in Beziehung durch die Bloßlegung der unterbewußten Seelenkräfte, also auch nicht zu den lebenden Seelen von 1870, sondern zu demjenigen, was geblieben war, also nur zu den Resten, die sich losgelöst hatten von der lebenden, fortwirkenden Seele, zu dem, was noch fortwirkte von Resten, die sich allmählich auflösen im irdischen Dasein. Uminterpretiert wurden die Dinge allerdings so, daß die Medien angaben, sie stünden im Verhältnis zu den gegenwärtig lebenden Toten. Das war aber nur uminterpretiert. In Wirklichkeit handelte es sich nicht um das, was die Seelen waren im entsprechenden Augenblicke, sondern um das, was sie vor Zeiten waren, beziehungsweise was aus dem, was sie vor Zeiten waren, geworden ist, nachdem es sich gerade losgelöst hatte von den Seelen. Wenn Sie sich erinnern, wie ich dasjenige erklärt habe, was Goethe in der Lemurenszene darstellt, so werden Sie wissen, daß vieles fortlebt von dem, was sich im Tode loslöst von der Seele. Und mit dem, also mit dem wirklich Toten, das nicht mit der lebendigen Seele fortlebt, konnte man sich in Beziehung setzen durch diesen materialistischen Gang in die geistige Welt hinein.
Cite:
GA 171/1916-09-23/p017 · edition original