Fünfter Vortrag
Nun müssen wir ins Auge fassen, daß diese griechisch-romanische Kultur für diejenigen Mächte, die wir bezeichnen mit den Ausdrücken luziferische und ahrimanische Mächte, eine Enttäuschung war, eine tiefe Enttäuschung; denn diese luziferischen und ahrimanischen Mächte derjenigen Hierarchie, welche gewissermaßen der menschlichen Hierarchie am nächsten steht, die wollten, daß das Atlantiertum, so wie es als Atlantiertum war, einfach wiederum aufleben sollte im vierten nachatlantischen Zeitraum. Das heißt, es sollte alles, was den atlantischen Zeitraum in seinem Wesen ausmacht - Sie können ja das in der «Geheimwissenschaft im Umriß» oder in dem kleinen Büchelchen «Unsere atlantischen Vorfahren» nachlesen -, alles, was das Wesentliche des atlantischen Zeitraums ausmacht, das sollte nach der Absicht der luziferischen und ahrimanischen Mächte während der griechischen und romanischen Zeit wiederholt werden. Diese Absicht wurde durchkreuzt, indem eben die Menschheit auf eine höhere, der nachatlantischen Zeit entsprechende Stufe gebracht worden ist. Das, was das Große, das bedeutungsvolle Neue gegenüber der Atlantis am Griechentum, am Römertum ist, das bildete für die luziferischen und ahrimanischen Mächte eine geistige Enttäuschung. Die luziferischen und ahrimanischen Mächte wollten in dem griechischen Volke durch ihre verschiedenen Einflüsse ein solches Volk erziehen, welches geneigt gewesen wäre, die Phantasiekräfte in der Seele so auszubilden, daß die Seelen allmählich erdenmüde geworden wären, daß die Seelen keine Neigung gehabt hätten, sich weiter lange auf der Erde zu inkarnieren, sondern gewissermaßen als Seelen von der Erde abzuziehen und ein eigenes Reich, einen eigenen Planeten zu begründen. Dieses ist dadurch zunichte gemacht worden, daß durch die Führung derjenigen Mächte, die wir die regulären Hierarchien nennen, die Phantasie der Griechen und die Beeinflussung des sozialen Lebens durch Phantasie in die Freude am Irdischen umgewandelt worden ist, daß die Freude am Irdisch-Sinnlichen aufgenommen worden ist, daß der Grieche nicht bloß in der phantasievollen Imaginationswelt leben wollte, um allmählich die Seele dem Erdendasein zu entfremden, sondern sogar bis zu der Stimmung kam, die ausgedrückt wird in dem berühmten, von mir schon öfter angeführten Satze: Lieber ein Bettler auf der Erde, als ein König im Reiche der Schatten. — Durch dieses freudevolle Erleben der Welt zwischen der Geburt und dem Tode sollte durch die regulären Mächte das Griechentum der Gefahr entrissen werden, welche die luziferischen Mächte mit ihm vorhatten: die Seelen fortzuführen, so daß auf der Erde die Leiber, die noch geboren worden wären, ichlos über die Erde gegangen wären und die Seelen fortgewesen wären in einem besonderen Planeten für sich.
Cite:
GA 171/1916-09-24/p005 · edition original