Fünfter Vortrag

GA 171/1916-09-24/p011 ·1916-09-24 · original (original)
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Einer dieser Priester war so weit gekommen in seiner Initiation drüben in Asien, daß er wirklich das ganze Wesen der atlantischen Impulse durchschauen konnte; und er war es, der bis zur Zwiesprache mit dem Nachfolger, mit dem unrechtmäßigen Nachfolger des Großen TaoGeistes gekommen ist. Er war es, der nun in Asien drüben das, was er durch den Großen Geist als Inspiration empfangen hatte, übertrug an eine äußere weltliche Macht, an jenen Jüngling, der dann bekanntgeworden ist in der Geschichte als Dschingis-Khan. Dschingis-Khan war also Schüler eines solchen Priesters, der in die asiatischen Mysterien eingeweiht war. Und diesem Dschingis-Khan brachte dieser Priester das bei, was ich etwa in die folgenden Worte fassen kann. Er brachte ihm bei: Es ist nun schon die Zeit gekommen, daß das göttliche Gericht über die Erde hinfegt. Dir ist dieses göttliche Gericht übertragen, und du mußt nun an die Spitze aller derjenigen Menschen treten, die von Asien aus das Gottesgericht über die ganze Erde vollziehen können. Ähnliche Bestrebungen waren ja schon früher zugrunde gelegt in den Hunnenzügen und so weiter; jetzt aber wurde im wesentlichen durch diesen Impuls der asiatischen Priesterschaft der Mongolensturm eingeleitet, der dann das tragen sollte über die europäische Kultur, was dahin führen sollte, daß die Seelen wirklich an das Gottesgericht geglaubt hätten, dem Gottesgericht verfallen wären und allmählich von der Erde ihren Abschied genommen hätten, keine Neigung gehabt hätten, auf der Erde wieder zu erscheinen, so daß die Kultur der Erde vernichtet worden wäre. Das war der innere Sinn der Mongolenzüge, die sich von Asien herübererstreckten und die sich ja, wie Sie wissen, in Europa nicht durch äußere physische Taten brachen, sondern das Merkwürdige geschah, daß im 13. Jahrhundert in der Schlacht bei Liegnitz nicht die Mongolen besiegt wurden, sondern die Mongolen Sieger blieben, aber ganz unerklärlicherweise nicht weiter gegen Europa zogen, sondern wiederum gegen Asien hinüberzogen; so daß also auch hier äußerlich durchaus gesehen werden kann, wie ein Gegengewicht, das dann natürlich als geistiger Art sich ankündigt, da war. Denn, wie gesagt, die Europäer haben die Mongolen ja nicht besiegt in Schlesien, sie sind besiegt worden; aber die Mongolen sind, trotzdem sie nicht besiegt worden sind, zurückgezogen und haben sich nach Asien gewendet. Aber die Impulse sind gewissermaßen gerade dadurch, daß der rein äußerliche Sturm nicht zustande gekommen oder nicht weit gegangen ist, die Züge sind, ich möchte sagen in der Destillation, in der sie leben mußten im fünften nachatlantischen Zeitraum, doch in Europa verblieben. So daß in den Kulturimpulsen von Osten herüber deutlich das wahrzunehmen ist und auch ferner wahrzunehmen sein wird, was gerade dazumal durch die Nachwirkungen der Mysterien des Großen Geistes nach Europa gebracht werden sollte.

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Cite: GA 171/1916-09-24/p011 · edition original