Fünfter Vortrag
Wenn man nun nachforscht, was so im Unterbewußten lebt, so sieht man schon, wie von zwei Richtungen her ahrimanische und luziferische Attacken kommen, und wie in einem Zusammenwirken der regulär fortschreitenden Hierarchien mit den luziferischen und ahrimanischen Kräften die Kultur eigentlich geschaffen wird. Nun wird gerade dadurch, daß in dieser Weise die Kultur spezifiziert wird, der Mensch auf verschiedenen Gebieten der Erde in verschiedener Art zu den großen Problemen gelenkt. Ich will mehr auf den Erkenntnisstandpunkt Rücksicht nehmen und das, was vom Erkenntnisstandpunkt ins soziale Leben eingreift. Da kann man also voraussetzen, daß gewisse ahrimanische Kräfte in die europäische Kultur einfließen — nach den Impulsen, die wir kennengelernt haben - vom Unterbewußten aus. Diese ahrimanischen Kräfte, die lenken die Impulse, die wiederum von den guten, regulär fortschreitenden Kräften ausgehen, in eine ganz bestimmte Richtung hin. Man kann sagen, daß zweierlei Probleme, zweierlei Erkenntnisbestrebungen aufgetreten sind. Nicht etwa kann man sagen: durch die ahrimanischen Kräfte, sondern durch das Zusammenwirken der ahrimanischen Kräfte und der regulär fortschreitenden Kräfte hat das menschliche Leben eine gewisse Färbung erhalten. Dadurch ist es namentlich auf zwei Probleme gelenkt worden. Diese zwei Probleme könnte man bezeichnen als das Triebproblem — das Nachdenken ging allmählich nach diesem Triebproblem — und das Geburtsproblem. Natürlich sind das Ausdrücke, die den hervorragendsten Fakten entnommen sind; es umfaßt das, was ich hier bezeichne als das Triebproblem und als das Geburtsproblem, außerordentlich vieles. Ich will nur einiges charakterisieren.
Cite:
GA 171/1916-09-24/p022 · edition original