Zweiter Vortrag

GA 172/1916-11-05_02/p018 ·1916-11-05 · original (original)
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Dieser Zusammenhang war bei Schiller nicht vorhanden. Daher stellt er solche Gestalten hin, die er wahrhaftig nicht auf einen äußeren Eindruck hin hingestellt hat, sondern die er ganz gewaltsam aus seiner Natur heraus formt: Karl Moor. Goethe braucht die Wirkung des Lebens. Aber das Leben vergewaltigt er nicht; er hilft nur leise nach, um das Leben zum Kunstwerk zu erheben. So ist es auch, als die Lebens- . verhältnisse an ihn herantreten, die er dann im «Werther» gestaltet hat. Eigene Lebensverhältnisse, Lebensverhältnisse seines Freundes Jerusalem, sie biegt er nicht, formt er nicht viel, sondern er nimmt das Leben und hilft nur nach. Und durch die sanfte Art, wie er nachhilft eben aus seinem Ätherleib heraus, wird aus dem Leben ein Kunstwerk. Aber er kommt durch dieselbe Organisation dem Leben auch, ich möchte sagen, nur mittelbar nahe und bereitet sich in dieser Inkarnation sein Karma durch dieses nur mittelbare Nahekommen dem Leben.

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Cite: GA 172/1916-11-05_02/p018 · edition original