Zweiter Vortrag

GA 172/1916-11-05_02/p020 ·1916-11-05 · original (original)
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Wie kommt es denn, daß Goethe, der also ferne-nahstand den Verhältnissen, in die er getreten war, so nahe, daß es bei jedem anderen zu etwas ganz anderem geführt hätte, und so ferne, daß er eben sich zurückziehen konnte, wie kommt es, daß er sich da selber begegnete? Nun, bei einem Menschen, der etwas im ätherischen Leib erlebt, verobjektiviert sich sehr leicht das Erlebnis, wenn dieser ätherische Leib gelockert ist. Er sieht es als ein Äußeres, es projiziert sich nach außen. Das ist bei Goethe wirklich eingetreten. Er hat in einem besonders dazu geeigneten Momente den anderen Goethe gesehen, den ätherischen Goethe, der in ihm lebte, der verbunden blieb durch sein Karma mit Friederike von Sesenheim. Daher kam er sich selbst als Gespenst entgegen. Aber es ist das gerade ein Ereignis, welches im tiefsten Sinne erhärtet, was über seine eigene Natur aus den Tatsachen zu ersehen ist.

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Cite: GA 172/1916-11-05_02/p020 · edition original