{"corpus":"steiner","locus":"GA 172/1916-11-06/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber was bedeutet bei einem solchen Menschen wie Jakob Böhme dieses Zusammenspielen, dieses abwechselnde Leben in der Berufsarbeit - denn er hat ja wirklich Schuhe gemacht dazumal für die braven Görlitzer -, und seinen Niederschreibungen mystisch-philosophischer Art? Manche Leute haben über diese Dinge sonderbare Ansichten. Ich habe Ihnen schon erzählt, was wir erfahren haben, als wir einmal in .Görlitz waren und dort abends vor einem Vortrage ins Gespräch kamen mit einem Manne. Ich sollte gerade über Jakob Böhme in Görlitz vortragen. Da kam ich mit einem Gymnasiallehrer in ein Gespräch über das Jakob-Böhme-Denkmal, das wir gerade dort im Park gesehen hatten. Die Görlitzer — es wurde uns öfters mitgeteilt — nennen dieses Denkmal den «Parkschuster». Wir sprachen davon, daß dieses Denkmal sehr schön sei, und dieser Gymnasiallehrer sagte, er finde das nicht, denn der schaue aus wie Shakespeare, — aber er war doch ein Schuster, und man sehe es ihm ja nicht an, daß er ein Schuster wäre. Wenn man schon Jakob Böhme darstelle, so müsse man ihm schon ansehen, daß er ein Schuster wäre. — Nun, mit solch einer Gesinnung braucht man ja nichts zu tun zu haben. Indem solch ein Mensch wie Jakob Böhme seine großen mystisch-philosophischen Anschauungen niederschrieb, wirkte er heraus aus dem Ergebnis, das nur hat zustande kommen können, indem sich der Mensch aufgebaut hat durch die Saturnzeit heran, durch die Sonnenzeit, durch die Mondenzeit bis zur Erdenzeit, indem da, man möchte sagen, ein breiter Strom geht, der endlich in diesen Wirkungen zum Ausdruck gekommen ist. Nur in einer durch besondere karmische Verhältnisse herbeigeführten Weise kommt dieser Strom in einer solchen Persönlichkeit zum Ausdruck. Aber wie zu einem Menschen auf Erden überhaupt notwendig ist alles das, was durch die Sonnen- und Mondenzeit hindurch vorangegangen ist, so ist das natürlich, nur in einer besonderen Weise, notwendig gewesen, um das zu schaffen, was in Jakob Böhme war.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1916-11-06","location":null,"word_count":309,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/172/1916-11-06/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/172/1916-11-06/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/172/1916-11-06/p027","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1916-11-06_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}