Neunter Vortrag

GA 172/1916-11-26_02/p012 ·1916-11-26 · original (original)
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Wenn wir dieses betrachten, dann stehen wir mehr oder weniger in dem, was der Mensch entwickelt als sein Bewußtseinsleben; aber vieles lebt im Menschen auch unbewußt, oder unklar bewußt. Und wir könnten uns jetzt sagen: Der Zusammenhang des Menschen mit seinem Engel ist ja ein realer, aber auch der Zusammenhang eines Menschen mit der Erzengel-Hierarchie, mit der Archai-Hierarchie ist ein realer. — Die Mißdeutung des Engels, die mehr oder weniger bewußt vollzogen wird, führt auch mehr oder weniger bewußt zur Weltanschauung des Materialismus; nicht bei dem einzelnen Menschen, aber sie führt so im Zeitalter allmählich dahin. Da stehen wir eben durchaus noch sozusagen in dem, was sich bewußt in der Seele abspielt. Aber in dem Verhältnis des Menschen zu der Erzengel-Hierarchie, da stehen wir schon gar nicht mehr da, wovon der Mensch viel weiß; wovon er zwar zuweilen jetzt viel spricht, aber wovon er wenig weiß. Wir haben ja heute allerdings die Bekenntnisse, nicht zu der Hierarchie der Erzengel, aber sehr häufig zu einem Erzengel, nicht die deutlich ausgesprochenen Bekenntnisse, aber das Hinneigen, das gefühlsmäßige Hinneigen zu dem einen oder zu dem andern Erzengel. Im 19. Jahrhundert hat das ganz besonders stark Früchte getragen auf einem Gebiete wenigstens: in dem Heraufkommen der Nationalitätsideen, denen unbewußt zugrunde liegt das Übersehen des Zusammenwirkens der Erzengel und das Hinneigen nur immer zu einem Erzengel. Dem liegt etwas ähnlich Egoistisches, nur etwas Sozial-Egoistisches zugrunde, wie das Hinneigen zu dem einen Engel.

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Cite: GA 172/1916-11-26_02/p012 · edition original