Neunter Vortrag

GA 172/1916-11-26_02/p024 ·1916-11-26 · original (original)
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Vor allen Dingen ist notwendig, daß der Mensch wiederum hinauskommt über das egoistische Nur-in-seiner-Seele-Leben. Denn ein wahres Wort - oh, es werden so viele Worte, die in den Evangelien stehen, nicht ihrer Wahrheit nach genommen, weil sie den Menschen nicht passen! -, ein wahres Wort der Evangelien ist: «Wo zwei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» — Der Geist der eitlen Mystik, der da sagt: Ich werde in meiner Seele den Christus gebären, — der ist nicht der Geist des Christentums, sondern der Geist, der da spricht: «Wo zwei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» — Aber um den ganzen Geist dieses Spruches Ihnen auch im Zusammenhange mit den wiederholten Erdenleben, wie wir das bei den jetzigen Betrachtungen wollen, auseinanderzusetzen und für unsere Zeit ihn zu charakterisieren im Zusammenhange mit dem ganzen Leben, in das der Mensch heute durch seinen Beruf hineingestellt ist, dazu muß ich auf einiges Charakteristische gerade in unserer Zeit eingehen; denn es ist notwendig, daß man kennen lerne das Hinauskommen über das egoistische Beschränktsein im Menschen. Hinauskommen muß man im Sinne unserer Zeit schon durchaus dadurch, daß man auch wiederum den Kosmos kennenlernt, mit dem der Mensch ja in Beziehung steht und aus dem der Mensch geboren ist, daß man lernt, den Kosmos im Verhältnis zum Menschen denken zu können.

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Cite: GA 172/1916-11-26_02/p024 · edition original