{"corpus":"steiner","locus":"GA 172/1916-11-26_02/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Glauben Sie denn, daß die Naturwissenschaft heute den Kosmos im Verhältnis zum Menschen denken kann? Erinnern Sie sich an den Ausspruch, den ich auch in öffentlichen Vorträgen zitiert habe, von Herman Grimm: Die Naturwissenschaft denkt eine Art Mechanismus, in dem der Mensch gar nicht drinnen sein kann. — Den Menschen im Verhältnis zum Kosmos kann heute die naturwissenschaftliche Weltanschauung nicht denken, denn um das zu können, muß man die Dinge erst konkret anschauen. Heute konstruiert einer eine Maschine; das tut er eben und glaubt, indem er diese Maschine konstruiert, da geschieht in der Tat nichts, als daß er diese Maschine konstruiert, beziehungsweise noch das, was durch diese Maschine geschieht. Aber einem solchen Glauben sich hinzugeben, hieße begründen das, was heute so allgemein verbreitet ist, was man nennen kann: negativen Aberglauben. Aberglaube ist der Glaube an Geister, wo keine sind; aber man kann auch nicht an Geister glauben, wo welche sind: das ist der negative Aberglaube. Diesem negativen Aberglauben, dem gibt sich heute die Menschheit in Hülle und Fülle hin, ohne daß sie es zunächst noch weiß, weil man sich noch nicht gewöhnt hat, die Dinge, welche in der Menschheitsentwickelung auftreten und die man heute nur unter dem Gesichtspunkte des Mechanismus denkt, diese Dinge auch im ganzen Weltenzusammenhange drinnen unter einem moralischen Gesichtswinkel zu denken.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Neunter Vortrag","site_heading":null,"date":"1916-11-26","location":null,"word_count":214,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/172/1916-11-26_02/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/172/1916-11-26_02/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/172/1916-11-26_02/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1916-11-26"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."},"unit_kind":{"kind":"second_translation","base_unit":"GA 172/1916-11-26","note":"A second English translation of the same lecture as 1916-11-26. The German served under this id repeats the German of 1916-11-26: one German text, to be cited at 1916-11-26.","same_lecture_as":"GA 172/1916-11-26","german_repeats":"GA 172/1916-11-26"}}