Zehnter Vortrag
Sie brauchen nur, um das genauer ins Auge zu fassen, sich vor die Seele zu führen, was in der Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» enthalten ist. Da werden Sie sehen, wie man dasjenige, was der Christus-Idee zugrunde liegt, zurückführen kann auf Geheimnisse der geistigen Welten, wie man zeigen kann, welchen Weg das der Christus-Idee zugrunde liegende Wesen in den geistigen Welten durchgemacht hat, um dann gewissermaßen in einem Punkt der Erdenentwickelung in physischer Menschwerdung sich zu offenbaren. Gerade an den Auseinandersetzungen dieser Begriffe über die geistige Führung der Menschheit ist es möglich, zu empfinden, welcher Zusammenhang oder auch Nichtzusammenhang besteht zwischen der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft und der alten Gnosis. Den Weg des Christus durch die geistigen Welten so darzustellen, wie es versucht worden ist in der Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», das wäre in der alten Gnosis noch nicht möglich gewesen. Aber diese alte Gnosis hat doch eine Christus-Vorstellung, eine Christus-Idee gehabt. Sie konnte aus dem atavistisch-hellseherischen Wissen so viel herausholen, um den Christus auf geistige Art zu erfassen, um zu sagen: In der geistigen Welt ist eine Evolution, die Hierarchien, oder, wie dort gesagt wird, die Aonen folgen aufeinander, und einer der Äonen ist der Christus. Und gezeigt wird in der Gnosis, wie der Christus, während sich Äon nach Äon evolviert hat, heruntersteigt und sich in einem Menschen offenbart. Das kann heute noch deutlicher gezeigt werden, und Sie können es nachlesen in der Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit».
Cite:
GA 173b/1916-12-25/p004 · edition original