{"corpus":"steiner","locus":"GA 173b/1916-12-25/p053","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Während der Hochzeit erscheint ein Pilger, der einen solchen Bart hatte, daß man sah, daß schon lange Zeit kein Schermesser über sein Gesicht gegangen war, und der sehr traurig war. Der Gute Gerhard war voller Erbarmen, als er den Pilger sah, und fragte ihn, was er denn habe. Es ist unmöglich, zu sagen, meinte der Pilger, was er habe, denn er müsse nun sein Leid weiter durch die Welt tragen; von heute ab wisse er, daß dieses Leid niemals gemildert werden könne. — Das war nämlich der Wilhelm, der alle seine Gefährten verloren hatte, an eine Küste verschlagen worden war, in der Welt als Pilger umhergeirrt war, in dem unrechten Augenblicke erst ankam, als seine ihm zugedachte Braut schon dem Sohne des Gerhard in Köln fast vermählt war. Der Gerhard sagte: Das ist ganz selbstverständlich, daß du deine rechtmäßige Braut erhältst, ich werde mit meinem Sohne sprechen. — Da die Braut auch gewissermaßen die größere Liebe hatte zu ihrem verlorengegangenen, ihr zugehörigen Bräutigam Wilhelm, so ließ sich die Sache ordnen, und der Gerhard brachte, nachdem nun die Hochzeit mit dem Wilhelm gefeiert war in Köln, den Wilhelm, den Thronerben Englands, mit seiner Gattin nach London. Da ließ er zunächst die andern zurück. Er war ja bekannt als ein Kaufmann, der oft in London war. Er ging in die Stadt hinein und hörte, daß eben eine große Versammlung sei. Alles war unruhig, hatte einen revolutionären Charakter schon im Äußeren; er hörte, es sei Unordnung im Lande ausgebrochen, weil kein Thronfolger da sei. Der Thronfolger sei verschwunden vor Jahren, sei nicht wiedergekommen, er hätte Anhänger im Lande, aber alles andere sei uneinig, und man wolle jetzt für einen Königsnachfolger sorgen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1916-12-25","location":null,"word_count":278,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/173b/1916-12-25/p053","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/173b/1916-12-25/p053"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/173b/1916-12-25/p053","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"stenogram","scope":"volume","note":"Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus.","evidence":"Diese dreibändige Ausgabe wurde auf der Grundlage der stenografischen Nachschriften vollständig neu bearbeitet.","evidence_translation":"This three-volume edition was completely re-edited on the basis of the shorthand transcripts.","evidence_source":"The publisher's description of GA 173a-c, as mirrored on AnthroWiki (GA 173a-c). The translation is the maintainer's, not a published one."}}